Reisen
Beste Reisezeit für Japan
四季しきshikiVier ausgeprägte Jahreszeiten auf 3.000 Kilometern Inselbogen
Frühling (Ende März bis Mai) und Herbst (Oktober bis November) sind in den meisten Landesteilen die angenehmsten Reisezeiten. Der Sommer ist heiß und schwül, mit Regenzeit und Taifunen; der Winter ist an der Pazifikseite trocken und sonnig, an der Japansee-Seite und auf Hokkaido schneereich.
Japan reicht vom Treibeis des Ochotskischen Meeres bis zu den Korallenriffen der Ryukyu-Inseln – einen einzigen besten Monat für das ganze Land gibt es daher nicht. Fast überall gilt aber ein klarer Rhythmus aus vier Jahreszeiten mit eigenen Landschaften, Speisen und Festen, und ein ausgeprägtes Gespür für die Saison prägt Speisekarten ebenso wie Schaufenster.
Für die klassische Erstreise über Tokio, Kyoto und Osaka bieten Frühling und Herbst milde Temperaturen sowie Kirschblüte und Herbstfärbung. Auch Sommer und Winter haben ihren Reiz – von Bergwanderungen und großen Sommerfesten bis zu Pulverschnee und Schneefestivals auf Hokkaido –, sofern man ihr Wetter einplant.
Frühling: März bis Mai
Im Frühling blühen die Kirschen: auf Okinawa schon im Winter, in Kyushu, Shikoku und den großen Städten Honshus von Ende März bis Anfang April, auf Hokkaido Ende April und im Mai. Es ist mild und meist trocken; das frische Grün im Mai gilt vielen als die schönste Zeit überhaupt.
Der Nachteil ist die Nachfrage. Die Wochen der Kirschblüte und die Golden Week, eine Folge von Feiertagen zwischen Ende April und Anfang Mai, sind die verkehrsreichsten Zeiten des japanischen Inlandstourismus; Unterkünfte in Kyoto und an bekannten Blütenorten sind lange im Voraus ausgebucht.
- 桜sakura
Die Blütenfront wandert zwischen Januar und Mai von Süden nach Norden.
- 花見hanami
Picknick unter blühenden Bäumen, ein Brauch, der bis an den Heian-Hof zurückreicht.
Golden Week
ゴールデンウィークgōruden wīkuVier Feiertage zwischen 29. April und 5. Mai; Züge, Flüge und Hotels sind dann am vollsten.
Sommer: Juni bis August
Die Regenzeit (Tsuyu) beginnt über Kyushu, Shikoku und dem größten Teil Honshus meist Anfang Juni und endet um Mitte Juli; auf Okinawa fällt sie etwa in Mai und Juni, Hokkaido kennt keine ausgeprägte Regenzeit. Der Regen ist oft eher beständig als heftig, und Gärten und Moostempel etwa in Kyoto zeigen sich von ihrer besten Seite.
Von Mitte Juli bis Ende August ist es im Tiefland heiß und sehr schwül; Hitzschlag ist ein ernstes Risiko. Zugleich ist dies die Zeit der großen Feste, der Feuerwerke und der Fuji-Besteigung, und Hokkaido sowie die Japanischen Alpen bieten kühlere Luft. Obon Mitte August ist eine weitere Hauptreisezeit.
Tsuyu
梅雨tsuyuDie Regenzeit im Frühsommer, benannt nach den Pflaumen (ume), die dann reifen.
Kyotos einmonatiges Fest im Juli mit großer Festwagenprozession.
Beleuchtete Riesenlaternen-Wagen Anfang August.
Ahnenfest Mitte August; viele Menschen reisen in ihre Heimatorte.
Taifunsaison
Taifune können vom Frühsommer bis in den Herbst auftreten, am häufigsten im August und September. Am öftesten betroffen sind Okinawa und Kyushu, doch ziehen Stürme regelmäßig auch über Shikoku und Honshu. Ein Taifun legt Flüge, Fähren und manche Züge meist für ein bis zwei Tage lahm; die Japanische Wetterbehörde veröffentlicht Zugbahnprognosen mehrere Tage im Voraus, und ein flexibler Reiseplan ist die beste Absicherung.
Herbst: September bis November
Anfang September ist es oft noch heiß und taifungefährdet, ab Oktober wird die Luft klarer und trockener. Die Laubfärbung beginnt Ende September in den Bergen Hokkaidos und erreicht Tokio, Kyoto und Osaka Ende November und Anfang Dezember.
Der Herbst ist auch Erntezeit – mit neuem Reis, Matsutake-Pilzen, Esskastanien und Sanma (Makrelenhecht) – und eine gute Zeit zum Wandern. An Novemberwochenenden ist Kyoto so voll wie zur Kirschblüte.
Winter: Dezember bis Februar
Im Winter zerfällt Japan klimatisch in zwei Hälften. An der Pazifikseite mit Tokio, Nagoya und Osaka ist es kalt, aber meist trocken und sonnig, oft mit klarer Sicht auf den Fuji. An der Japansee-Seite und in den Bergen bringt feuchte Luft vom Kontinent einige der größten Schneemengen aller bewohnten Regionen der Erde – die Grundlage für die Skigebiete Hokkaidos, Naganos und Niigatas.
In den Städten ist der Winter ruhig, abgesehen von Neujahr, wenn viele Betriebe mehrere Tage schließen und der Verkehr dicht ist. Es ist die Zeit für Onsen, Schneefeste und Krabben aus der Japansee, während Okinawa mild bleibt.
Schnee- und Eisskulpturen Anfang Februar in Sapporo.
Neujahr, das wichtigste Fest des Jahres; Schreine sind überfüllt, viele Geschäfte und Museen geschlossen.
Pulverschnee in Niseko und Furano, Treibeis vor der Ochotsk-Küste.
Regionale Unterschiede
Hokkaido hat kurze, warme Sommer ohne eigentliche Regenzeit und lange, schneereiche Winter – für viele Japaner ein Sommerziel. Okinawa ist subtropisch und auch im Winter warm; die Badesaison reicht vom Frühling bis in den Herbst, das Taifunrisiko ist dort aber höher.
Gebirgsregionen wie die Japanischen Alpen sind deutlich kühler als das Flachland; manche Hochstraßen und Hütten sind erst ab Frühjahr oder Sommer bis in den Herbst zugänglich, abhängig von der Schneelage.
Häufige Fragen
Welcher Monat ist der beste für eine Japanreise?
Für die meisten Erstbesucher April und November: mildes Wetter und dazu Kirschblüte oder Herbstlaub. Mai und Oktober sind ebenso angenehm und etwas weniger voll.
Lohnt sich Japan im Sommer?
Ja, wenn man die Hitze einplant: Feste, Feuerwerke, der Fuji und kühlere Regionen wie Hokkaido und die Alpen sind dann am schönsten. Stadtbesichtigungen legt man am besten auf den frühen Morgen und den Abend.
Wann ist in Japan Regenzeit?
Auf dem größten Teil von Honshu, Shikoku und Kyushu von Anfang Juni bis Mitte Juli, auf Okinawa etwa von Mai bis Juni. Hokkaido hat keine ausgeprägte Regenzeit.
Welche Zeiten sollte man meiden?
Die japanischen Hauptreisezeiten: Neujahr, die Golden Week Ende April/Anfang Mai und Obon Mitte August. Verkehrsmittel und Hotels sind dann ausgebucht und teurer.
Wie gefährlich sind Taifune für Reisende?
Sie führen vor allem zu Ausfällen bei Flügen, Fähren und Zügen, meist für ein bis zwei Tage. Wer im August oder September reist, sollte die Prognosen der Wetterbehörde verfolgen und Pufferzeiten einplanen.