Fushimi Inari Taisha
伏見稲荷大社ふしみいなりたいしゃFushimi Inari TaishaHauptschrein des Inari und sein Berg aus roten Toren
Der Fushimi Inari Taisha im Kyotoer Bezirk Fushimi ist der Hauptschrein der rund 30.000 Inari-Schreine Japans und der Gottheit von Reis, Ernte und Wohlstand geweiht. Tunnel aus zinnoberroten Torii, von Gläubigen gestiftet, ziehen sich hinter den Hallen die bewaldeten Hänge des Inariyama hinauf.
Überblick
Der Fushimi Inari Taisha liegt am Westfuß des Inariyama, eines 233 m hohen Hügels am Südende der Higashiyama-Berge von Kyoto. Er ist der Hauptschrein des Inari, der Gottheit des Reisanbaus und der Ernte, die später auch als Schutzmacht von Handel und Geschäftserfolg verehrt wurde. Landesweit gehören ihm schätzungsweise 30.000 Inari-Schreine an.
Berühmt ist der Schrein für die Senbon Torii, die „tausend Torii“: zwei parallele Tunnel aus zinnoberroten Toren oberhalb des Hauptbezirks und ein weiteres Netz aus Toren, Steinaltären und Nebenschreinen, das den ganzen Berg überzieht. Jedes Tor ist die Stiftung einer Person oder Firma, deren Name und Stiftungsdatum schwarz auf die Rückseite der Pfosten gemalt sind. Insgesamt sollen auf dem Berg rund 10.000 Torii stehen.
Der untere Bezirk ist eine klassische Schreinanlage mit zweigeschossigem Turmtor, Gebetshalle und der 1499 nach dem Ōnin-Krieg wiederaufgebauten Haupthalle. Überall wachen Füchse (Kitsune) aus Stein, die als Boten Inaris gelten und oft einen Schlüssel zum Reisspeicher, ein Juwel oder eine Schriftrolle im Maul tragen.
Höhepunkte
Senbon Torii
千本鳥居Senbon ToriiDie beiden dicht gereihten Torgänge oberhalb des Hauptbezirks – das bekannteste Motiv des Schreins.
Turmtor
楼門RōmonGroßes zweigeschossiges Eingangstor, das mit einer Stiftung Toyotomi Hideyoshis von 1589 verbunden wird; zu beiden Seiten wachen Steinfüchse.
Haupthalle
本殿Honden1499 nach dem Ōnin-Krieg im Nagare-zukuri-Stil mit weit vorgezogenem Dach wiedererrichtet; Wichtiges Kulturgut.
Okusha Hōhaisho
奥社奉拝所Okusha HōhaishoInnere Gebetsstätte am Ende der Senbon Torii; wer den Stein Omokaru-ishi anhebt, prüft der Sage nach, ob sich ein Wunsch erfüllt.
Kreuzung Yotsutsuji
四ツ辻YotsutsujiWegkreuzung etwa auf halber Höhe mit Blick über den Süden Kyotos; hier kehren viele Besucher um.
Gipfel des Inariyama
一ノ峰Ichi-no-mineHöchster der drei Gipfel, erreichbar über einen Rundweg mit Torii, Steinstufen, Nebenschreinen und kleinen Steinaltären (Otsuka).
Geschichte
Der Überlieferung nach verehrte der Hata-Klan, eine eingewanderte Familie mit großem Einfluss auf die frühe Erschließung des Kyoto-Beckens, Inari ab 711 auf den drei Gipfeln des Inariyama. In der Heian-Zeit erhielt der Schrein hohen Hofrang und wurde zum Wallfahrtsort aller Stände. Im Ōnin-Krieg brannten die Bauten 1468 nieder; die heutige Haupthalle stammt aus dem 1499 abgeschlossenen Wiederaufbau. Die Stiftung von Torii verbreitete sich seit der Edo-Zeit, als Inari zunehmend als Schutzgottheit des Handels galt.
711
Überliefertes Gründungsjahr: Der Hata-Klan verehrt Inari auf den Gipfeln des Inariyama.
9.–10. Jh.
Der Schrein steigt im Hofrang auf und zählt zu den großen Schreinen des Reichs.
1438
Die Schreinbauten werden vom Berg an ihren heutigen Standort am Fuß verlegt.
1468
Die Gebäude brennen im Ōnin-Krieg nieder.
1499
Wiederaufbau der Haupthalle, die bis heute steht.
1589
Toyotomi Hideyoshi fördert den Bau des Turmtors (Rōmon).
Edo-Zeit
Kaufleute und Handwerker stiften Torii in großer Zahl.
1868
Mit der Trennung von Shintō und Buddhismus verschwinden buddhistische Elemente aus dem Schrein.
Kultur
Inari gehört zu den am weitesten verbreiteten Gottheiten Japans – ursprünglich zuständig für Reis und Nahrung, später für Geschäftserfolg. Deshalb tragen so viele Torii Firmennamen. Die Fuchsboten, die rot lackierten Tore und die kleinen Steinaltäre (Otsuka) einzelner Gläubiger machen den Berg zu einer weitläufigen Andachtslandschaft statt eines einzelnen Heiligtums.
Den größten Andrang erlebt der Schrein zum Jahresbeginn (Hatsumōde), wenn er zu den meistbesuchten Westjapans zählt. Das Hatsuuma-Fest am ersten Tag des Pferdes im Februar erinnert an die Herabkunft der Gottheit auf den Berg. Das Inari-Fest (Inari-sai) reicht von Ende April bis Anfang Mai; dabei werden die tragbaren Schreine zu einer Zwischenstation und zurück getragen.
Besuch
- Der Schrein liegt direkt gegenüber dem JR-Bahnhof Inari an der Nara-Linie, wenige Minuten vom Hauptbahnhof Kyoto; der Bahnhof Fushimi-Inari der Keihan-Linie ist ebenfalls nah.
- Das Gelände ist rund um die Uhr frei zugänglich; frühmorgens und abends ist es in den unteren Torgängen am ruhigsten.
- Der vollständige Rundweg über den Berg dauert zwei bis drei Stunden auf Treppen; wer am Aussichtspunkt Yotsutsuji umkehrt, spart etwa die Hälfte.
- Die Tore werden durchschritten, nicht umgangen; betende Menschen sollten nicht fotografiert werden.
In der Nähe
Tōfuku-ji
東福寺Tōfuku-jiZen-Tempel eine Station nördlich an der JR-Nara-Linie, bekannt für die Tsūten-kyō-Brücke und das Herbstlaub.
Sake-Viertel Fushimi
伏見FushimiHistorisches Brauereiviertel mit Sake-Speichern an Kanälen, wenige Bahnminuten südlich.
Tempelhalle mit 1.001 Kannon-Statuen, einige Stationen nördlich nahe dem Hauptbahnhof.
Teestadt mit dem Byōdō-in, an derselben JR-Nara-Linie.
Häufige Fragen
Wie viele Torii stehen am Fushimi Inari Taisha?
Eine amtliche Zählung gibt es nicht; meist ist von rund 10.000 Torii auf dem ganzen Berg die Rede. Am dichtesten stehen sie in den Senbon Torii oberhalb des Hauptbezirks.
Wie lange dauert die Wanderung auf den Inariyama?
Der Rundweg zum Gipfel und zurück dauert zwei bis drei Stunden. Viele gehen nur bis zum Aussichtspunkt Yotsutsuji auf halber Höhe.
Warum sieht man dort so viele Füchse?
Füchse gelten als Boten Inaris. Die Steinfiguren tragen oft einen Schlüssel zum Reisspeicher, ein Juwel oder eine Schriftrolle im Maul.
Wer stiftet die Torii?
Privatleute und Unternehmen – aus Dank oder in der Hoffnung auf Erfolg. Name und Datum der Stiftung stehen auf der Rückseite jedes Tors.
Gehört der Schrein zum Welterbe Kyoto?
Nein. Der Fushimi Inari Taisha zählt nicht zu den 17 Bestandteilen der „Historischen Monumente des alten Kyoto“, obwohl er zu den meistbesuchten Orten der Stadt gehört.