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Japan

Wirtschaft

Arbeiten in Japan

Vom Visum bis zur Rente: das Wichtigste zum Job in Japan

Wer als Ausländer in Japan arbeitet, braucht einen Aufenthaltsstatus, der die jeweilige Tätigkeit erlaubt, meist Engineer/Specialist in Humanities/International Services oder Intra-company Transferee. Arbeitnehmer sind in der japanischen Kranken- und Rentenversicherung versichert, zahlen nationale Einkommensteuer und eine kommunale Einwohnersteuer und arbeiten nach dem Arbeitsstandardgesetz, das seit 2019 Überstunden begrenzt und mindestens fünf genommene Urlaubstage pro Jahr vorschreibt.

Regeln und Verfahren ändern sich. Diese Seite fasst die offizielle Lage zum Zeitpunkt der letzten Prüfung zusammen; vor der Reise immer bei der offiziellen Stelle nachprüfen.

Der Arbeitskräftemangel hat Japan für ausländische Fachkräfte offener gemacht als je zuvor, und die Zahl ausländischer Beschäftigter ist stetig gestiegen. Ingenieure, IT-Fachleute, Forschende, Lehrkräfte, Finanz- und Vertriebsprofis sowie Führungskräfte japanischer Töchter ausländischer Unternehmen bilden einen großen Teil dieser Gruppe.

Arbeiten in Japan heißt, sich auf eine eigene Arbeitskultur einzustellen – mit starker Firmenbindung, gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung und gewachsenen Erwartungen an die Arbeitszeit –, zugleich aber auf ein modernes Arbeitsrecht und ein umfassendes Sozialversicherungssystem. Die formalen Regeln zu Visum, Versicherung und Steuer sind klar, unterscheiden sich aber in wichtigen Einzelheiten von der Praxis in Mitteleuropa.

Aufenthaltsstatus für die Arbeit

Eine Beschäftigung in Japan erfordert einen Aufenthaltsstatus, der die geplante Tätigkeit abdeckt. Für Fachkräfte am häufigsten ist Engineer/Specialist in Humanities/International Services; Voraussetzung sind ein passender Abschluss oder Berufserfahrung und ein Vertrag mit einem Arbeitgeber in Japan. Vom Mutterhaus entsandte Mitarbeiter nutzen Intra-company Transferee, Unternehmer und Führungskräfte Business Manager, dessen Voraussetzungen im Oktober 2025 deutlich verschärft wurden.

Der punktebasierte Status Highly Skilled Professional ermöglicht eine schnellere Daueraufenthaltserlaubnis und weitere Vorteile. Daneben gibt es den Status Specified Skilled Worker für bestimmte Branchen, das Working-Holiday-Programm für junge Menschen aus Partnerländern und einen Status der Designated Activities für digitale Nomaden.

  • Arbeitsvisa

    Überblick über die Aufenthaltsstatus für Erwerbstätigkeit und ihre Voraussetzungen.

  • Working Holiday

    Für junge Menschen aus Partnerländern, darunter Deutschland und Österreich.

  • Visum für digitale Nomaden

    Remote-Arbeit für ausländische Arbeitgeber während eines Aufenthalts in Japan.

  • Aufenthaltskarte

    Der Ausweis für mittel- und langfristig Aufhältige.

Jobsuche

Ausländische Fachkräfte finden Stellen über internationale und zweisprachige Personalvermittler, spezialisierte Jobbörsen, berufliche Netzwerke und Direktbewerbungen. Am offensten für Englischsprachige sind ausländische Unternehmen (Gaishikei) und IT-Firmen; in den meisten japanischen Unternehmen wird verhandlungssicheres Japanisch erwartet, oft auf dem Niveau JLPT N2 oder höher.

Bewerbungen nutzen traditionell ein Standardformular (Rirekisho) und eine Aufstellung der beruflichen Tätigkeiten (Shokumu Keirekisho). Japanische Unternehmen stellen Absolventen in einem jährlichen Zyklus zum April ein, Berufserfahrene dagegen das ganze Jahr über.

  • Gaishikei

    外資系gaishikei

    Ausländische bzw. ausländisch beherrschte Unternehmen, oft mit mehr Englisch und leistungsorientierter Bezahlung.

  • Rirekisho

    履歴書rirekisho

    Standardisierter japanischer Lebenslauf.

  • JLPT N2

    Das für Geschäftspositionen häufig verlangte Japanischniveau.

Verträge, Arbeitszeit und Urlaub

Beschäftigung regeln das Arbeitsstandardgesetz und das Arbeitsvertragsgesetz. Reguläre Angestellte (Seishain) haben meist unbefristete Verträge; befristet Beschäftigte (Keiyaku Shain) und Leiharbeitskräfte (Haken) sind verbreitet. Kündigungen regulärer Angestellter sind durch Rechtsprechung und Gesetz eingeschränkt und müssen objektiv begründet sein; Arbeitnehmer mit unbefristetem Vertrag können in der Regel mit zwei Wochen Frist kündigen, Verträge sehen aber oft längere Fristen vor.

Die seit April 2019 (für kleine und mittlere Unternehmen seit April 2020) geltenden Gesetze zur Arbeitsstilreform führten verbindliche Überstundengrenzen ein und verpflichten Arbeitgeber, dafür zu sorgen, dass Beschäftigte jedes Jahr mindestens fünf Tage ihres bezahlten Urlaubs nehmen. Viele Unternehmen zahlen zweimal jährlich Boni, im Sommer und im Winter, und erstatten üblicherweise die Pendelkosten.

  • Seishain

    正社員seishain

    Regulär Beschäftigter mit unbefristetem Vertrag.

  • Sanroku Kyōtei

    36協定sanroku kyōtei

    Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Belegschaft nach Artikel 36, Voraussetzung für jede Überstunde.

  • Unternehmenskultur

    Hierarchie, Karrieren und Beschäftigungspraxis.

Sozialversicherung und Rente

Arbeitnehmer sind in der Krankenversicherung für Beschäftigte (Kenkō Hoken), der Arbeitnehmerrentenversicherung (Kōsei Nenkin), der Arbeitslosen- und der Unfallversicherung versichert; ab 40 kommt die Pflegeversicherung hinzu. Die Beiträge teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sie werden vom Gehalt abgezogen.

Ausländische Staatsangehörige, die Japan nach Beitragszeiten in der Rentenversicherung verlassen, können eine einmalige Beitragserstattung für eine begrenzte Zahl von Jahren beantragen. Die Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland, der Schweiz und Österreich erlauben befristet Entsandten, im heimischen Rentensystem zu bleiben, und rechnen Versicherungszeiten beider Länder für Rentenansprüche zusammen; der Umfang unterscheidet sich je nach Abkommen.

  • Kōsei Nenkin

    厚生年金kōsei nenkin

    Rentenversicherung für Arbeitnehmer.

  • Dattai Ichijikin

    脱退一時金dattai ichijikin

    Einmalige Beitragserstattung für Ausländer bei Verlassen Japans.

Steuern und Anmeldung

Gehälter unterliegen der nationalen Einkommensteuer, die monatlich einbehalten und vom Arbeitgeber im Jahresendausgleich abgerechnet wird, sowie der kommunalen und präfekturalen Einwohnersteuer, die auf das Vorjahreseinkommen erhoben wird und daher erst im zweiten Aufenthaltsjahr anfällt. Ausländer, die in den letzten zehn Jahren weniger als fünf Jahre in Japan gelebt haben, werden als nicht dauerhaft Ansässige auf Einkünfte aus japanischen Quellen und auf nach Japan überwiesene Auslandseinkünfte besteuert. Mit Deutschland, Österreich und der Schweiz bestehen Doppelbesteuerungsabkommen.

Bei der Einreise erhalten mittel- und langfristig Aufhältige eine Aufenthaltskarte und müssen ihre Adresse binnen 14 Tagen beim Gemeindeamt anmelden; danach erhalten sie eine persönliche Identifikationsnummer (My Number) für Steuern und Sozialversicherung.

  • Nenmatsu Chōsei

    年末調整nenmatsu chōsei

    Lohnsteuer-Jahresausgleich durch den Arbeitgeber.

  • Jūminzei

    住民税jūminzei

    Einwohnersteuer von Gemeinde und Präfektur auf das Vorjahreseinkommen.

  • My Number

    マイナンバーmai nanbā

    Zwölfstellige persönliche Nummer für Steuern und Sozialversicherung.

Arbeitskultur

Lange Arbeitszeiten, Feierabendtreffen mit Kollegen und Zurückhaltung beim Urlaub prägten lange das japanische Büroleben. Reformen, Arbeitskräftemangel und die seit 2020 verbreitete Telearbeit haben die Praxis verändert, besonders in Großunternehmen und ausländischen Firmen – die Unterschiede zwischen Arbeitgebern bleiben aber groß.

Teamarbeit, Pünktlichkeit, gründliche Berichterstattung an Vorgesetzte (Hōrensō) und sorgfältige Vorbereitung werden hoch geschätzt. Ausländische Mitarbeiter, die Japanisch lernen, die Konventionen beachten und Beziehungen quer durch die Organisation aufbauen, gewinnen mit der Zeit meist an Einfluss.

  • Hōrensō

    報連相hōrensō

    Berichten, informieren, beraten: das Prinzip, Vorgesetzte stets auf dem Laufenden zu halten.

  • Geschäftsetikette

    Kommunikation und Umgangsformen in japanischen Unternehmen.

Häufige Fragen

Welches Visum braucht man, um in Japan zu arbeiten?

Einen Aufenthaltsstatus, der die Tätigkeit abdeckt, meist Engineer/Specialist in Humanities/International Services, in der Regel über den Arbeitgeber mit einem Certificate of Eligibility beantragt. Die Voraussetzungen veröffentlicht die japanische Einwanderungsbehörde.

Muss man für einen Job in Japan Japanisch sprechen?

Nicht für jede Stelle; IT, Forschung, Lehre und ausländische Firmen bieten Positionen auf Englisch. In den meisten japanischen Unternehmen wird jedoch verhandlungssicheres Japanisch erwartet.

Was passiert mit den japanischen Rentenbeiträgen bei der Rückkehr nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz?

Man kann eine einmalige Beitragserstattung für eine begrenzte Zahl von Jahren beantragen oder die Zeiten über das jeweilige Sozialversicherungsabkommen für die spätere Rente anrechnen lassen. Welche Option günstiger ist, klären die Rentenversicherungsträger.

Wie viel Urlaub gibt es in Japan?

Zehn Tage nach sechs Monaten Beschäftigung, mit Dienstjahren steigend bis zwanzig; Arbeitgeber müssen sicherstellen, dass mindestens fünf pro Jahr genommen werden. Hinzu kommen sechzehn gesetzliche Feiertage.

Wann zahlt man Einwohnersteuer?

Die Einwohnersteuer bemisst sich am Einkommen des Vorjahres; sie fällt daher meist ab dem zweiten Aufenthaltsjahr an und für das letzte Jahr auch noch nach dem Wegzug.

Quellen

  1. 1.Immigration Services Agency of Japan (öffnet in neuem Tab) — Immigration Services Agency of Japan
  2. 2.Ministry of Health, Labour and Welfare – Labour conditions information (English) (öffnet in neuem Tab) — MHLW
  3. 3.Japan Pension Service – Social security agreements and lump-sum withdrawal payments (öffnet in neuem Tab) — Japan Pension Service
  4. 4.National Tax Agency (öffnet in neuem Tab) — National Tax Agency
  5. 5.Deutsche Rentenversicherung – Sozialversicherungsabkommen Japan (öffnet in neuem Tab) — Deutsche Rentenversicherung

Redaktion · Veröffentlicht: · Fakten zuletzt geprüft: