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Japan

Feste · Juli

Tenjin-Matsuri

天神祭てんじんまつりTenjin Matsuri

Laternenboote, Trommeln und Feuerwerk auf Osakas Flüssen

Das Tenjin-Matsuri ist das Fest des Schreins Osaka Tenmangū, jedes Jahr am 24. und 25. Juli. Höhepunkt ist am Abend des 25. eine Bootsprozession von rund hundert laternengeschmückten Schiffen auf dem Ōkawa unter einem Feuerwerk, die die Gottheit des Schreins trägt: den Gelehrten Sugawara no Michizane.

Osaka ist als Stadt der Kaufleute und Wasserwege gewachsen, und sein größtes Fest spielt sich ebenso auf dem Wasser ab wie an Land. Der Osaka Tenmangū im Viertel Tenma, nördlich des alten Handelszentrums, ist Sugawara no Michizane geweiht, dem Hofgelehrten und Staatsmann des 9. Jahrhunderts, der in der Verbannung in Dazaifu starb und später als Tenjin, Schutzgottheit der Gelehrsamkeit, verehrt wurde.

Jeden Juli wird die Gottheit in einem Tragschrein aus dem Heiligtum geholt, in einer Prozession durch die Straßen und anschließend per Boot über den Fluss geführt, damit sie die Stadt sehe und segne. Zusammen mit dem Gion-Matsuri in Kyoto und dem Kanda-Matsuri in Tokio zählt das Fest traditionell zu den drei großen Festen Japans.

Ursprünge

Der Osaka Tenmangū wurde 949 gegründet; nach Überlieferung des Schreins beginnt das Fest 951, als man vom Ufer beim Schrein eine heilige Hellebarde (hoko) auf den Fluss setzte. Wo sie anlandete, errichtete man einen Behelfsschrein und brachte die Gottheit per Boot zu Reinigungsriten dorthin. Dieses hoko-nagashi wird bis heute am ersten Festtag vollzogen.

In der Edo-Zeit, als Osaka Japans Handelszentrum war, finanzierten reiche Kaufmannshäuser und Gilden immer größere Boote und Umzüge, und das Fest wurde zum Aushängeschild städtischer Kultur. Brände und im 20. Jahrhundert der Krieg unterbrachen Schrein und Fest mehrmals; nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bootsprozession wiederbelebt.

24. Juli: Vorabend (yoimiya)

Der erste Tag beginnt morgens mit Riten im Schrein und dem hoko-nagashi, bei dem ein Junge in höfischer Tracht eine heilige Hellebarde auf dem Dōjima-Fluss aussetzt. Tagsüber zieht die Trommelgruppe moyōshi-daiko durch das Viertel: Trommler mit hohen roten Hüten schlagen eine große, auf einem Wagen montierte Trommel und künden das Fest an. Abends füllen Löwentänzer und Trommeln die Straßen rund um den Schrein.

25. Juli: Haupttag (hon-miya)

Der Haupttag steht im Zeichen zweier Prozessionen. Am Nachmittag verlässt das rikutogyo den Schrein, ein Landumzug von rund dreitausend Menschen in Gewändern der Heian-Zeit und späterer Epochen – Trommler, Löwentänzer, Schirmträger, Kinder, berittene Würdenträger und die Sänfte der Gottheit – und zieht zum Fluss.

In der Dämmerung beginnt das funatogyo. Die Gottheit besteigt ein Zeremonialboot, und eine Flotte von etwa hundert Schiffen fährt über den Ōkawa: die Boote des Schreins, Boote von Gilden und Firmen, Boote mit Bunraku-Puppen und Darstellern, Boote mit Feuerkörben. Begegnen sich zwei Boote, rufen die Besatzungen einander zu und klatschen im Rhythmus der Osaka-typischen Klatschformel. Den ganzen Abend steigt vom Ufer ein Opferfeuerwerk (hōnō hanabi) auf.

  • Hoko-nagashi shinji

    鉾流神事hoko-nagashi shinji

    Das Aussetzen einer heiligen Hellebarde als Nachvollzug des Festursprungs; am Morgen des 24. Juli.

  • Rikutogyo

    陸渡御rikutogyo

    Die Landprozession vom Schrein zum Fluss am Nachmittag des 25. Juli.

  • Funatogyo

    船渡御funatogyo

    Die abendliche Bootsprozession der Gottheit und ihrer Flotte auf dem Ōkawa.

  • Hōnō hanabi

    奉納花火hōnō hanabi

    Das der Gottheit dargebrachte Feuerwerk während der Bootsprozession.

Zuschauen

Am Abend des 25. füllen sich die Ufer des Ōkawa um Tenmabashi, Sakuranomiya und Kawasaki mit Zuschauern; auf den Brücken ist Stehenbleiben untersagt. Viele sichern sich schon am Nachmittag einen Platz. Es gibt kostenpflichtige Tribünen am Ufer und Zuschauerboote, doch die Prozession lässt sich auch von den öffentlichen Uferwegen verfolgen.

Das Fest fällt in die heißeste Zeit des Osakaer Sommers. An beiden Tagen säumen Stände die Wege zum Schrein, und viele junge Leute kommen im Yukata.

Zeitleiste

  1. 903

    Sugawara no Michizane stirbt in der Verbannung in Dazaifu

  2. 949

    Gründung des Osaka Tenmangū in Tenma

  3. 951

    Erstes hoko-nagashi nach Überlieferung des Schreins

  4. Edo-Zeit

    Kaufmännisches Mäzenatentum macht die Bootsprozession zum großen Stadtspektakel

  5. 1837

    Beim Aufstand des Ōshio Heihachirō brennt ein Großteil Osakas, auch der Schrein

  6. Nachkriegszeit

    Wiederbelebung der Bootsprozession

Häufige Fragen

Wann ist das Tenjin-Matsuri?

Jedes Jahr am 24. und 25. Juli. Bootsprozession und Feuerwerk finden am Abend des 25. Juli statt.

Wer ist Tenjin?

Tenjin ist der vergöttlichte Sugawara no Michizane, ein Gelehrter und Staatsmann des 9. Jahrhunderts, der als Schutzpatron von Bildung und Wissenschaft verehrt wird – Schüler beten zu ihm vor Prüfungen.

Wo sieht man die Boote am besten?

Am Ōkawa zwischen Tenmabashi und Sakuranomiya. Die Uferplätze füllen sich ab dem Nachmittag des 25. Juli.

Was sind die drei großen Feste Japans?

Nach alter Tradition das Tenjin-Matsuri in Osaka, das Gion-Matsuri in Kyoto und das Kanda-Matsuri in Tokio.

Quellen

  1. 1.大阪天満宮 天神祭 (öffnet in neuem Tab) — 大阪天満宮
  2. 2.大阪市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 大阪市
  3. 3.Osaka Info (öffnet in neuem Tab) — Osaka Convention & Tourism Bureau

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