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Japan

Berge · Kagoshima, Miyazaki

Kirishima-Gebirge

霧島山きりしまやまKirishima-yama

Ein Vulkanfeld, in das der japanische Mythos die Herabkunft der Götter verlegt.

Das Kirishima-Gebirge (霧島山, Kirishima-yama) ist eine Gruppe von über zwanzig Vulkanen an der Grenze der Präfekturen Kagoshima und Miyazaki; sein höchster Gipfel, der Karakuni-dake, misst 1.700 m. Der Takachiho-no-mine, auf dem der Enkel der Sonnengöttin zur Erde herabgestiegen sein soll, und der aktive Shinmoe-dake machen es zu einer heiligen und zugleich genau beobachteten Landschaft.

Höhe: 1.700 mAktiver VulkanNationalpark · 1934Japanischer Geopark · 2010100 berühmte BergeHeiliger Ort

Überblick

Das Kirishima-Gebirge erstreckt sich rund 20 km von der Ebino-Hochfläche im Nordwesten bis zum Takachiho-no-mine im Südosten – eine Ansammlung von Kegeln, Kratern und Kraterseen an der Grenze der beiden südlichen Präfekturen Kyūshūs. Der Karakuni-dake ist der höchste Gipfel; von ihm sieht man an klaren Tagen im Süden Sakurajima und Kaimon-dake.

Kirishima ist einer der Orte, an denen die japanische Mythologie die Tenson kōrin verortet, die Herabkunft Ninigi-no-mikotos, des Enkels der Sonnengöttin Amaterasu, um das Land zu regieren. Daran erinnert der Kirishima-Schrein am Fuß des Takachiho-no-mine; 1934 gehörte das Gebiet zu den ersten Nationalparks Japans. Thermalquellen wie Kirishima Onsen, Ebino Kōgen und Hayashida liegen rund um das Massiv.

Landschaft und Entstehung

Die Kirishima-Vulkane liegen am Rand der Kakutō-Caldera und sind seit mehreren Hunderttausend Jahren aktiv. Zur Gruppe gehören Schichtvulkane (Karakuni-dake, Takachiho-no-mine), Maare und Kraterseen wie der Ōnami-ike sowie der junge, steile Krater des Shinmoe-dake.

Historische Ausbrüche gingen vor allem vom Ohachi (neben dem Takachiho-no-mine), vom Shinmoe-dake und vom Iōyama auf der Ebino-Hochfläche aus, der 2018 nach über 200 Jahren Ruhe ausbrach.

Höhepunkte

  • Karakuni-dake

    韓国岳Karakuni-dake

    1.700 m, der höchste Gipfel, mit tiefem Krater und Blick über das ganze Vulkanfeld.

  • Takachiho-no-mine

    高千穂峰Takachiho-no-mine

    1.574 m, der heilige Gipfel der himmlischen Herabkunft, gekrönt von der Hellebarde Ama-no-sakahoko.

  • Shinmoe-dake

    新燃岳Shinmoe-dake

    Der aktive Vulkan, dessen Ausbruch 2011 den Krater mit Lava füllte.

  • Ōnami-ike

    大浪池Ōnami-no-ike

    Runder Kratersee in etwa 1.400 m, von einem Weg umrundet.

  • Ebino-Hochfläche

    えびの高原Ebino kōgen

    Hochland in etwa 1.200 m mit Kraterteichen, Chinaschilf und dem wichtigsten Besucherzentrum.

Ökologie

An den Kirishima-Vulkanen folgen immergrüner Laubwald, sommergrüner Wald und nahe den Gipfeln Azaleengebüsch aufeinander. Die Azalee Miyama-kirishima ist nach diesen Bergen benannt.

Flora

  • Miyama-kirishima

    ミヤマキリシマmiyama-kirishima

    Die nach Kirishima benannte Azalee, die im Mai und Juni die oberen Hänge rosa färbt.

  • Tannen- und Hemlockwald

    モミ・ツガmomi, tsuga

    Wälder aus Tannen und Hemlocktannen um den Kirishima-Schrein und die Ebino-Hochfläche.

  • Nokaidō

    ノカイドウnokaidō

    Ein wilder Zierapfel, der nur auf der Ebino-Hochfläche wächst; Naturdenkmal.

Fauna

  • Sikahirsch

    ニホンジカnihonjika

    Um die Ebino-Hochfläche häufig und leicht zu beobachten.

  • Wildschwein

    イノシシinoshishi

    Lebt in den Wäldern der unteren Hänge.

Kultur

Kojiki und Nihon Shoki verlegen die Herabkunft Ninigi-no-mikotos auf den „Takachiho-Gipfel in Himuka“, der mit dem Takachiho-no-mine gleichgesetzt wird (der andere Kandidat ist Takachiho im Norden Miyazakis). Der Kirishima-Schrein, nach Ausbrüchen mehrfach neu errichtet, steht am Südwestfuß. Im Mittelalter blühte hier unter dem Mönch Shōkū das Shugendō. 1866 kamen Sakamoto Ryōma und Oryō; Ryōmas Brief über die Besteigung und den Ama-no-sakahoko ist berühmt.

  • Kirishima Jingū

    霧島神宮Kirishima Jingū

    Zinnoberroter Schrein für Ninigi-no-mikoto; die Hauptbauten von 1715 sind Nationalschätze.

  • Ama-no-sakahoko

    天逆鉾Ama-no-sakahoko

    Die umgekehrte Hellebarde auf dem Gipfel des Takachiho-no-mine.

  • Kirishima Onsen

    霧島温泉郷Kirishima onsenkyō

    Eine Gruppe von Thermalquellen auf der Kagoshima-Seite des Massivs.

Geschichte

  1. Mythische Zeit

    Ninigi-no-mikoto steigt nach Kojiki und Nihon Shoki auf den Takachiho-Gipfel herab.

  2. 1716–1717

    Die Kyōhō-Ausbrüche des Shinmoe-dake verwüsten das Umland.

  3. 1866

    Sakamoto Ryōma und Oryō besteigen den Takachiho-no-mine.

  4. 1934

    Kirishima wird einer der ersten Nationalparks Japans.

  5. 2010

    Anerkennung des Geoparks Kirishima.

  6. 2011

    Großer Ausbruch des Shinmoe-dake.

  7. 2018

    Der Iōyama auf der Ebino-Hochfläche bricht erstmals seit rund 250 Jahren aus.

Im Lauf der Jahreszeiten

Frühling

Von Mai bis Anfang Juni blühen die Miyama-kirishima-Azaleen am Takachiho-no-mine und um Ebino.

Sommer

Kühl auf der Ebino-Hochfläche; häufig Nebel und Nachmittagsregen.

Herbst

Laubfärbung um Ōnami-ike und Ebino Ende Oktober und im November, dazu silbernes Chinaschilf.

Winter

Nach Kälteeinbrüchen Raureif auf den Gipfeln; die Teiche von Ebino können zufrieren.

Routen und Wege

  • Takachihogawara – Takachiho-no-mine

    Vom Besucherzentrum in etwa 970 m über lose Schlacke am Rand des Ohachi-Kraters, etwa 1,5 Stunden; mittelschwer, rutschig.

  • Ebino-Hochfläche – Karakuni-dake

    Vom Besucherzentrum Ebino etwa 1,5–2 Stunden, wenn der Weg geöffnet ist; mittelschwer.

  • Rundweg Ōnami-ike

    Vom Ausgangspunkt zum Kraterrand und rund um den See, 2–3 Stunden; mittelschwer.

  • Kraterteiche von Ebino

    Runde an den Teichen Byakushi, Rokkannon und Fudō vorbei, etwa 1,5 Stunden; leicht.

Praktische Hinweise

  • Der Zugang zu einzelnen Gipfeln ändert sich mit der vulkanischen Aktivität; aktuelle Sperrungen veröffentlichen die Japanische Wetterbehörde und die Stadt Kirishima.
  • Der Bahnhof Kirishima-Jingū liegt an der JR-Nippō-Linie; Busse fahren zum Kirishima-Schrein, nach Takachihogawara und auf die Ebino-Hochfläche.
  • Schlackenhänge sind rutschig – Schuhe mit gutem Profil sind ratsam.

Häufige Fragen

Welche Gipfel kann man besteigen?

Das hängt von der Aktivität der einzelnen Vulkane ab. Klassisch sind der Takachiho-no-mine ab Takachihogawara und, sofern geöffnet, der Karakuni-dake ab der Ebino-Hochfläche; Wege nahe Shinmoe-dake und Iōyama sind häufig gesperrt. Aktuelles bei der Japanischen Wetterbehörde und den örtlichen Behörden.

Was ist der Ama-no-sakahoko?

Eine alte Bronzehellebarde, die kopfüber auf dem Gipfel des Takachiho-no-mine steckt und mit dem Mythos von der Herabkunft Ninigi-no-mikotos verbunden ist.

Wann brach der Shinmoe-dake aus?

2011 kam es zu einem großen Ausbruch mit Explosionen und einem Lavadom, der den Krater füllte; weitere Ausbrüche folgten 2017 und 2018.

Was hat Sakamoto Ryōma mit Kirishima zu tun?

1866 reisten Sakamoto Ryōma und seine Frau Oryō nach Kirishima, damit er seine Wunden auskurieren konnte – oft als erste Hochzeitsreise Japans bezeichnet – und bestiegen den Takachiho-no-mine.

Quellen

  1. 1.日本の主な山岳標高 (öffnet in neuem Tab) — 国土地理院 (Geospatial Information Authority of Japan)
  2. 2.霧島錦江湾国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省 (Ministry of the Environment)
  3. 3.火山登山者向けの情報提供ページ(霧島山) (öffnet in neuem Tab) — 気象庁 (Japan Meteorological Agency)
  4. 4.日本ジオパークネットワーク (öffnet in neuem Tab) — 日本ジオパークネットワーク (Japanese Geoparks Network)

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