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Japan

Kanagawa · Stadt

Kamakura

鎌倉市かまくらしKamakura-shi

Die Samurai-Hauptstadt zwischen grünen Hügeln und Sagami-Bucht

Kamakura ist eine Küstenstadt in Kanagawa, rund eine Stunde südlich von Tokio, und war von 1192 bis 1333 Sitz der ersten Kriegerregierung Japans. Umschlossen von bewaldeten Hügeln und der Sagami-Bucht, ist sie bekannt für den Großen Buddha aus Bronze, den Schrein Tsurugaoka Hachimangu und die großen Zen-Tempel Kencho-ji und Engaku-ji.

Überblick

Kamakura liegt in einer kleinen, nach Süden zum Meer offenen Ebene, auf den anderen drei Seiten von steilen, bewaldeten Hügeln umgeben. Diese natürliche Festung bewog Minamoto no Yoritomo, hier 1180 sein Hauptquartier aufzuschlagen; ab 1192 war die Stadt Sitz des Kamakura-Shogunats, das Japan bis 1333 regierte. Durch den Fels geschlagene Hohlwege, die Kiridoshi, waren die einzigen Zugänge über Land.

Die Kriegerregierung förderte den Zen-Buddhismus, der gerade aus dem China der Song-Zeit gekommen war, und gründete die großen Tempel Kencho-ji und Engaku-ji, die zu den Fünf Bergen (Gozan) von Kamakura zählen. Der Schrein Tsurugaoka Hachimangu, der Schutzgottheit der Minamoto geweiht, steht am Kopf der zeremoniellen Achse Wakamiya Oji. Der Große Buddha des Kotoku-in, Mitte des 13. Jahrhunderts gegossen, sitzt unter freiem Himmel, seit seine Halle Ende des 15. Jahrhunderts weggespült wurde.

Das heutige Kamakura ist Wohnstadt und beliebtes Ausflugsziel von Tokio aus. Seine Tempel sind für ihre Blütezeiten bekannt – Pflaume, Kirsche, Hortensie und Herbstlaub –, und Wanderwege verbinden sie entlang der Hügelkämme. Die Strände von Yuigahama und Zaimokuza und die nostalgische Enoden-Bahn nach Enoshima verbinden die Stadt mit der Shonan-Küste.

Sehenswürdigkeiten

  • Großer Buddha von Kamakura

    鎌倉大仏(高徳院)Kamakura Daibutsu (Kōtoku-in)

    Sitzender Amida-Buddha aus Bronze, rund 11 m hoch, Nationalschatz; das hohle Innere ist begehbar.

  • Tsurugaoka Hachimangu

    鶴岡八幡宮Tsurugaoka Hachimangū

    Zentraler Schrein der Stadt am Kopf der Wakamiya Oji, mit Haupthalle auf dem Hügel und Lotosteichen als Sinnbild von Genji und Heike.

  • Kencho-ji

    建長寺Kenchō-ji

    Der ranghöchste der Fünf Berge Kamakuras, mit mächtigem Tor, Zen-Garten und einem Pfad hinauf zum Schrein Hansobo.

  • Engaku-ji

    円覚寺Engaku-ji

    Zen-Kloster in Kita-Kamakura, dessen Reliquienhalle Shariden als Nationalschatz ein Musterbeispiel der Zen-Architektur im Song-Stil ist.

  • Hase-dera

    長谷寺Hase-dera

    Hangtempel mit hoher vergoldeter elfköpfiger Kannon aus Holz, einer Benzaiten-Höhle und Meerblick; berühmt für Hortensien.

  • Hokoku-ji

    報国寺Hōkoku-ji

    Kleiner Zen-Tempel, bekannt für seinen dichten Bambushain mit Teehaus zwischen den Halmen.

  • Meigetsu-in

    明月院Meigetsu-in

    Der „Hortensientempel“ von Kita-Kamakura mit einem runden Fenster, das den inneren Garten rahmt.

  • Zeniarai Benten

    銭洗弁財天宇賀福神社Zeniarai Benzaiten Ugafuku Jinja

    Schrein in einer Felsmulde, in dem Besucher Geld im Quellwasser waschen, auf dass es sich vermehre.

Stadtviertel

  • Komachi-dori und Wakamiya Oji

    小町通りKomachi-dōri

    Belebte Einkaufsstraße und die kirschbaumgesäumte Allee vom Bahnhof und vom Meer zum Tsurugaoka Hachimangu.

  • Kita-Kamakura

    北鎌倉Kita-Kamakura

    Tal der großen Zen-Tempel – Engaku-ji, Tokei-ji, Meigetsu-in, Kencho-ji – nördlich des Zentrums.

  • Hase

    長谷Hase

    Westlicher Stadtteil mit Großem Buddha und Hase-dera an der Enoden-Linie.

  • Yuigahama und Zaimokuza

    由比ヶ浜Yuigahama

    Die Strände der Stadt, im Sommer belebt und beliebt bei Surfern und Windsurfern.

  • Ofuna

    大船Ōfuna

    Nördlicher Bahnknoten mit einer riesigen weißen Kannon-Büste am Hang und der Shonan-Monorail nach Enoshima.

Geschichte

Minamoto no Yoriyoshi gründete 1063 einen Hachiman-Schrein am Meer; sein Nachfahre Yoritomo verlegte ihn 1180 an den heutigen Ort und legte die Stadt um ihn herum an. Nach Yoritomos Tod regierten die Hojo als Regenten und wehrten die Mongoleninvasionen von 1274 und 1281 ab. 1333 stürmte Nitta Yoshisada Kamakura, und die Hojo gingen unter; unter den Ashikaga blieb die Stadt bis ins 15. Jahrhundert Sitz der Statthalter für Kanto und sank dann zu einer stillen Tempelstadt herab.

1889 kam die Eisenbahn, und Kamakura wurde Erholungsort und Wohnsitz von Schriftstellern und Künstlern, den sogenannten Kamakura-Literaten. Das Erdbeben von 1923 beschädigte viele Tempel. 1939 erhielt Kamakura das Stadtrecht. In den 1960er-Jahren führte eine Bürgerbewegung gegen Wohnbebauung auf den Hügeln hinter dem Tsurugaoka Hachimangu zum nationalen Gesetz zum Schutz alter Hauptstädte von 1966.

  1. 1063

    Minamoto no Yoriyoshi gründet in Yuigahama einen Hachiman-Schrein.

  2. 1180

    Minamoto no Yoritomo schlägt sein Hauptquartier in Kamakura auf und verlegt den Schrein an den heutigen Ort.

  3. 1192

    Yoritomo wird zum Shogun ernannt.

  4. 1252

    Beginn des Gusses des Großen Buddha aus Bronze.

  5. 1253

    Gründung des Kencho-ji, des ersten vollwertigen Zen-Übungsklosters Japans.

  6. 1282

    Gründung des Engaku-ji zum Gedenken an die Toten der Mongoleninvasionen.

  7. 1333

    Nitta Yoshisada erobert Kamakura; das Shogunat fällt.

  8. 1498

    Ein Tsunami zerstört die Halle des Großen Buddha, der seither im Freien sitzt.

  9. 1939

    Kamakura erhält das Stadtrecht.

  10. 1966

    Nach einer Bürgerbewegung in Kamakura wird das Gesetz zum Schutz alter Hauptstädte verabschiedet.

Kultur

Kamakuras Kultur ist vom Zen geprägt: Mehrere Tempel bieten öffentliche Meditationen an, und Teezeremonie wie Tuschmalerei haben hier tiefe Wurzeln. Seit der Meiji-Zeit zog die Stadt Schriftsteller wie Kawabata Yasunari und Natsume Soseki an; das Literaturmuseum Kamakura residiert in einer ehemaligen Adelsvilla am Meer. Die Blütezeiten – Pflaumen im Februar, Kirschen im April, Hortensien im Juni und Ahorn Anfang Dezember – bestimmen den Jahreslauf.

Feste

  • Kamakura-Fest

    鎌倉まつりKamakura Matsuri

    Im April, mit Umzug auf der Wakamiya Oji und dem Shizuka-no-mai-Tanz am Tsurugaoka Hachimangu.

  • Großes Fest des Tsurugaoka Hachimangu

    鶴岡八幡宮例大祭Tsurugaoka Hachimangū Reitaisai

    Mitte September, mit Yabusame, berittenem Bogenschießen in Jagdtracht der Kamakura-Zeit.

  • Bonbori-Fest

    ぼんぼり祭Bonbori Matsuri

    Im August säumen Hunderte von Künstlern und Schriftstellern bemalte Papierlaternen den Weg zum Tsurugaoka Hachimangu.

  • Feuerwerk von Kamakura

    鎌倉花火大会Kamakura Hanabi Taikai

    Sommerfeuerwerk über der Sagami-Bucht, einschließlich Unterwasserfeuerwerk, zu sehen vom Strand Yuigahama.

Essen

  • Shirasu-don

    しらす丼shirasu-don

    Reis mit rohen oder gekochten Jungfischen aus der Sagami-Bucht, serviert nahe Bahnhof und Stränden.

  • Shojin ryori

    精進料理shōjin ryōri

    Vegetarische Zen-Küche, darunter die Gemüsesuppe Kenchin-jiru, die auf den Kencho-ji zurückgehen soll.

  • Hato Sabure

    鳩サブレーHato Saburē

    Butterkekse in Taubenform, Kamakuras bekanntestes Mitbringsel, inspiriert von den Tauben des Hachiman-Schreins.

  • Kamakura-Gemüse

    鎌倉野菜Kamakura yasai

    Gemüse von örtlichen Höfen, verkauft auf dem Bauernmarkt nahe dem Bahnhof und in den Restaurants der Stadt verarbeitet.

Unterwegs vor Ort

  • Züge der JR Yokosuka-Linie fahren vom Bahnhof Tokio über Shinagawa und Yokohama in etwa einer Stunde nach Kamakura; die Shonan-Shinjuku-Linie kommt aus Shinjuku und Shibuya.
  • Die Enoden (Enoshima Electric Railway) fährt die Küste entlang von Kamakura nach Hase und Enoshima.
  • Die Shonan-Monorail, eine Hängebahn, verbindet Ofuna mit Enoshima.
  • Wanderwege verbinden Kita-Kamakura, den Großen Buddha und Zeniarai Benten über die bewaldeten Kämme; die Straßen am Bahnhof sind an Wochenenden und zur Hortensienzeit sehr voll.

Ausflüge

  • Enoshima

    江の島Enoshima

    Insel mit Schreinen, Höhlen und Fuji-Blick, erreichbar mit der Enoden.

  • Yokohama

    Hafenstadt mit Chinatown und Minato Mirai, rund 25 Minuten mit JR.

  • Hakone

    Heiße Quellen und Ashi-See, über Fujisawa oder Ofuna und Odawara.

  • Miura-Halbinsel

    三浦半島Miura-hantō

    Strände von Zushi und Hayama, der Marinehafen Yokosuka und der Thunfischhafen Misaki.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Lohnt sich Kamakura als Tagesausflug ab Tokio?

Ja. An einem Tag lassen sich Großer Buddha, Hase-dera, Tsurugaoka Hachimangu und ein Zen-Tempel in Kita-Kamakura besichtigen; viele hängen Enoshima an.

Kann man den Großen Buddha von innen besichtigen?

Ja. Das hohle Innere der Bronzestatue ist begehbar und zeigt, wie sie in Abschnitten gegossen wurde.

Wann blühen in Kamakura die Hortensien?

In der Regel im Juni, während der Regenzeit; Meigetsu-in und Hase-dera sind die bekanntesten Orte und dann sehr voll.

Ist Kamakura Weltkulturerbe?

Nein. Kamakura wurde 2013 nominiert, die Bewerbung nach einer ungünstigen Bewertung aber zurückgezogen; seine Tempel und Schreine stehen als nationale Kulturgüter unter Schutz.

Quellen

  1. 1.鎌倉市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 鎌倉市 (Kamakura City)
  2. 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
  3. 3.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁 (Agency for Cultural Affairs)
  4. 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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