Korakuen
後楽園こうらくえんKōraku-enDer Garten der Ikeda-Fürsten aus Rasen, Wasser und Burgblick
Der Kōraku-en in Okayama ist ein Fürsten-Wandelgarten, zwischen 1687 und 1700 für Ikeda Tsunamasa, den Herrn des Lehens Okayama, angelegt. Er zählt zu den drei großen Gärten Japans und erstreckt sich auf rund 14 Hektar auf einer Insel im Asahi-Fluss – mit weiten Rasenflächen, Teichen, Teefeldern und der Burg Okayama als geborgter Landschaft.
Überblick
Der Kōraku-en liegt auf einer langgestreckten Insel im Asahi-Fluss direkt gegenüber der Burg Okayama, deren schwarzer Turm als Teil der Gartenszenerie über die Bäume ragt. Er entstand als Ort der Erholung und Gastfreundschaft für die Fürsten von Okayama und zählt traditionell mit dem Kenroku-en in Kanazawa und dem Kairaku-en in Mito zu den drei großen Gärten Japans.
Anders als die abgeschlossenen Tempelgärten Kyotos ist der Kōraku-en eine offene, helle Landschaft zum Durchwandern. Weite Rasenflächen – für einen japanischen Garten jener Zeit ungewöhnlich – werden von gewundenen Bächen und Wegen durchzogen, die zum zentralen Teich Sawa-no-ike, zum künstlichen Hügel Yuishin-zan und zu mehreren Pavillons führen. Teesträucher, ein kleines Reisfeld sowie ein Pflaumen- und Kirschhain erinnern an die wirtschaftliche Seite eines Fürstenguts.
Der Garten hat seine Anlage aus der Edo-Zeit weitgehend bewahrt, dokumentiert durch Gemälde und Pläne aus der Fürstenzeit. Mandschurenkraniche, einst von den Ikeda gehalten, werden hier seit den 1950er-Jahren wieder gezüchtet.
Höhepunkte
Teich Sawa-no-ike
沢の池Sawa-no-ikeDer größte Teich mit kleinen Inseln und Blick hinüber zur Burg.
Hügel Yuishin-zan
唯心山Yuishin-zanRund 6 m hoher künstlicher Hügel aus dem 18. Jahrhundert, der beste Aussichtspunkt über den Garten.
Enyō-tei
延養亭Enyō-teiEmpfangspavillon des Fürsten, auf die Hauptansichten des Gartens ausgerichtet; nach dem Krieg wiederaufgebaut.
Ryūten
流店RyūtenOffenes zweigeschossiges Rasthaus, durch dessen Erdgeschoss ein Bach fließt.
Teefelder und Reisfeld
茶畑・井田Chabatake, SeidenReihen von Teesträuchern und ein kleines Feld, geteilt nach dem altchinesischen Brunnenfeld-Muster.
Kranichgehege
丹頂鶴TanchōzuruMandschurenkraniche, die im Garten gezüchtet werden; an besonderen Tagen spazieren sie über den Rasen.
Geschichte
Ikeda Tsunamasa gab den Garten 1687 in Auftrag; sein Gefolgsmann Tsuda Nagatada leitete die Arbeiten bis zur Fertigstellung 1700. Ursprünglich hieß er Okōen, „Garten hinter der Burg“. Den Namen Kōraku-en – nach einer chinesischen Maxime, ein Herrscher solle sich vor dem Volk sorgen und erst nach ihm vergnügen – erhielt er 1871. 1884 übernahm die Präfektur Okayama den Garten und öffnete ihn für die Allgemeinheit. Er litt 1934 unter einer Flut und 1945 unter Luftangriffen und wurde anhand historischer Unterlagen wiederhergestellt.
1687
Ikeda Tsunamasa beginnt den Garten unter der Leitung Tsuda Nagatadas.
1700
Der Garten ist im Wesentlichen vollendet.
1871
Umbenennung in Kōraku-en.
1884
Die Präfektur Okayama übernimmt den Garten und macht ihn öffentlich zugänglich.
1934
Ein großes Hochwasser des Asahi beschädigt den Garten.
1945
Luftangriffe zerstören mehrere Pavillons, die später wiederaufgebaut werden.
1952
Ausweisung als Besonderer Landschaftlicher Schönheitsort.
Kultur
Der Kōraku-en zeigt den Fürstengarten als Bühne für Politik und Vergnügen: Die Fürsten empfingen Gäste, hielten Teezusammenkünfte und Nō-Aufführungen ab und zeigten anderen Lehen ihren Geschmack. Die Nō-Bühne des Gartens wird bis heute bespielt.
Zu den Jahresereignissen zählen die Teeernte im Mai und abendliche Illuminationen im Sommer und Herbst; beliebt ist der Garten zur Pflaumenblüte im Februar und März und zur Kirschblüte Anfang April.
Besuch
- Der Garten liegt etwa 25 Gehminuten vom JR-Bahnhof Okayama an der Sanyō-Shinkansen-Strecke, alternativ eine kurze Fahrt mit Straßenbahn und Bus.
- Ein Rundgang über die Hauptwege dauert etwa eine Stunde; der Hügel Yuishin-zan bietet den besten Überblick.
- Eine Fußgängerbrücke verbindet Garten und Burg Okayama über den Fluss, was einen gemeinsamen Besuch leicht macht.
- Das Kanalviertel von Kurashiki liegt rund 15 Bahnminuten westlich von Okayama und passt gut zu einem Gartenbesuch.
In der Nähe
Burg Okayama
岡山城Okayama-jōSchwarz verkleidete „Krähenburg“, deren Turm eine Nachkriegsrekonstruktion ist, direkt jenseits des Flusses.
Kaufmannsstadt mit erhaltenem Kanalviertel und dem Ōhara-Kunstmuseum.
Der große Garten von Kanazawa, ebenfalls einer der drei großen Gärten Japans.
Pflaumengarten in Mito, der dritte der drei großen Gärten.
Häufige Fragen
Welches sind die drei großen Gärten Japans?
Der Kōraku-en in Okayama, der Kenroku-en in Kanazawa und der Kairaku-en in Mito. Die Gruppierung ist traditionell, keine amtliche Auszeichnung.
Was bedeutet der Name Korakuen?
Er geht auf eine chinesische Maxime zurück: Ein Herrscher soll sich vor dem Volk sorgen und sich erst nach ihm vergnügen. Der Name wurde 1871 eingeführt.
Ist der Korakuen in Okayama derselbe wie in Tokio?
Nein. Der Koishikawa Kōraku-en in Tokio ist ein eigener Garten der Mito-Tokugawa. Der Garten in Okayama trägt dieselben Schriftzeichen, erhielt den Namen aber erst später.
Wie viel Zeit braucht ein Besuch des Korakuen?
Für den Hauptrundgang etwa eine Stunde; zusammen mit der Burg Okayama auf der anderen Flussseite einen halben Tag.
Weiterlesen
Quellen
- 1.岡山後楽園 (öffnet in neuem Tab) — 岡山県
- 2.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁