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Japan

Wahrzeichen · Sumida · Tokio

Tokyo Skytree

東京スカイツリーとうきょうすかいつりーTōkyō Sukaitsurī

Der höchste Turm der Welt über der Tokioter Altstadt

Der Tokyo Skytree ist ein 634 Meter hoher Sende- und Aussichtsturm im Tokioter Bezirk Sumida, 2012 eröffnet und der höchste Turm der Welt. Seine beiden Aussichtsdecks in 350 und 450 Metern Höhe blicken über die Kantō-Ebene und bei klarer Sicht bis zum Fuji.

Gegründet: 2012

Überblick

Der Tokyo Skytree erhebt sich in Oshiage im Bezirk Sumida, am Ostufer des Sumida in der alten Shitamachi, der „Unterstadt“ Tokios. Er wurde für digitales terrestrisches Fernsehen und Radio gebaut, nachdem die Hochhäuser der Stadt die Signale des 333 Meter hohen Tokyo Tower von 1958 zu stören begonnen hatten. Im Februar 2012 fertiggestellt und am 22. Mai desselben Jahres eröffnet, wurde er als höchster Turm der Welt anerkannt.

Die Höhe von 634 Metern wurde wegen ihrer Lesart gewählt: Die Ziffern 6-3-4 lassen sich als mu-sa-shi lesen, der Name der alten Provinz, zu der Tokio gehörte. Im Grundriss geht der Turm von einem Dreieck am Fuß in einen Kreis über, und sein Stahlgitter ist in einem blassen Bläulichweiß gestrichen, abgeleitet von Aijiro, dem hellsten Ton der traditionellen Indigofärberei.

Im Inneren steht ein Stahlbetonkern frei vom äußeren Stahlgerüst und ist mit ihm über Öldämpfer verbunden – ein Schwingungsschutz nach dem Vorbild des Mittelpfeilers (Shinbashira) traditioneller fünfstöckiger Pagoden, die seit Jahrhunderten Erdbeben überstehen. Am Fuß des Turms liegt die Tokyo Skytree Town mit dem Einkaufskomplex Solamachi, einem Aquarium und einem Planetarium.

Höhepunkte

  • Tembo Deck

    天望デッキTenbō Dekki

    Das untere Aussichtsdeck in 350 Metern Höhe, auf drei Ebenen mit raumhohen Fenstern und einem Glasbodenabschnitt.

  • Tembo Galleria

    天望回廊Tenbō Kairō

    Verglaste Spiralrampe von 445 auf 450 Meter, der höchste für Besucher zugängliche Punkt.

  • Mittelpfeiler (Shinbashira)

    心柱shinbashira

    Betonkern, der bei Erdbeben als Gegengewicht wirkt, nach dem Vorbild des Mittelpfeilers einer Pagode.

  • Tokyo Solamachi

    東京ソラマチTōkyō Soramachi

    Einkaufs- und Gastronomiekomplex am Fuß des Turms, mit vielen Läden für Handwerk und Spezialitäten der Shitamachi.

  • Beleuchtung

    ライティングraitingu

    Abwechselnde Nachtbeleuchtungen namens Iki (Hellblau, nach dem Stil der Edo-Bürger) und Miyabi (Violett, für Eleganz).

Geschichte

Anfang der 2000er-Jahre suchten die Sender einen neuen Turm von rund 600 Metern. 2006 fiel die Wahl auf den Bezirk Sumida und die Tobu-Bahn, der ein Güterbahnhof in Oshiage gehörte; im Juli 2008 begann der Bau. Seine endgültige Höhe erreichte der Turm im März 2011, wenige Tage nach dem Großen Ostjapanischen Erdbeben, das er unbeschadet überstand.

2012 wurde der Turm eröffnet, 2013 übernahm er vom Tokyo Tower die Hauptrolle als Sendeturm. Sein Bau veränderte das Bild der umliegenden Viertel Oshiage und Mukōjima, die lange zu den ruhigeren Gegenden im Zentrum Tokios gehörten.

  1. 2006

    Der Standort Oshiage im Bezirk Sumida wird ausgewählt.

  2. 2008

    Baubeginn im Juli.

  3. 2011

    Im März erreicht der Turm seine volle Höhe von 634 Metern.

  4. 2011

    Guinness World Records bestätigt ihn als höchsten Turm der Welt.

  5. 2012

    Fertigstellung im Februar, Eröffnung am 22. Mai.

  6. 2013

    Der Hauptsendebetrieb wechselt vom Tokyo Tower hierher.

Kultur

Der Skytree wurde rasch zum Symbol des Tokio des 21. Jahrhunderts – in Filmen, Anime und auf Andenken, so wie der Tokyo Tower für die Nachkriegsstadt. Sein Entwurf greift bewusst auf traditionelles Handwerk und Bauen zurück: das blasse Indigoweiß, der pagodenartige Kern und eine Silhouette, deren leicht geschwungene, sich verjüngende Linien an japanische Schwerter und Tempeldächer erinnern sollen.

Auch den Tourismus am Ostufer des Sumida hat der Turm verändert. Besucher verbinden ihn mit Asakusa auf der anderen Flussseite, den Kanälen von Sumida und den alten Vierteln von Mukōjima; der Blick auf den Turm von den Ufern Asakusas, eingerahmt von den Brücken des Sumida, gehört zu den meistfotografierten der Stadt.

Besuch

  • Der Turm steht direkt über dem Bahnhof Tokyo Skytree (Tobu Skytree Line) und dem Bahnhof Oshiage (Linien Hanzomon, Asakusa und Keisei).
  • Karten für die Aussichtsdecks gibt es am Turm und online; Tickets mit festem Datum verkürzen die Wartezeit zu Stoßzeiten.
  • Entscheidend ist die Sicht: Klare Wintermorgen bieten die besten Chancen auf den Fuji, abends leuchtet das Lichtermeer der Stadt.
  • Vom Senso-ji ist der Turm über die Azuma-Brücke in etwa 20 Minuten zu Fuß erreichbar oder mit der Tobu-Bahn eine Station von Asakusa entfernt.

In der Nähe

  • Senso-ji und Asakusa

    Tokios ältester Tempel und sein lebhaftes Altstadtviertel liegen gleich jenseits des Sumida.

  • Sumida-Park

    隅田公園Sumida Kōen

    Uferpark auf beiden Seiten des Sumida, bekannt für Kirschblüte und das Sommerfeuerwerk.

  • Sumida-Hokusai-Museum

    すみだ北斎美術館Sumida Hokusai Bijutsukan

    Museum in Ryōgoku, dem Geburtsviertel des Ukiyo-e-Meisters, das Katsushika Hokusai gewidmet ist.

  • Ryogoku Kokugikan

    両国国技館Ryōgoku Kokugikan

    Tokios Sumo-Halle wenige Stationen südlich, Austragungsort von drei der sechs jährlichen Großturniere.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Tokyo Skytree?

634 Meter – damit ist er der höchste Turm der Welt. Die Zahl lässt sich als Musashi lesen, der alte Name der Region um Tokio.

Ist der Skytree höher als der Tokyo Tower?

Ja, fast doppelt so hoch. Der Tokyo Tower von 1958 misst 333 Meter; der Skytree löste ihn 2013 als Hauptsendeturm ab.

Sieht man vom Skytree den Fuji?

An klaren Tagen, vor allem im Winter, ist der rund 100 Kilometer entfernte Fuji im Südwesten zu sehen.

Wie ist der Skytree gegen Erdbeben geschützt?

Ein freistehender Betonkern, über Dämpfer mit dem Stahlgerüst verbunden, wirkt dem Schwanken entgegen – ein System nach dem Vorbild des Mittelpfeilers traditioneller Pagoden.

Quellen

  1. 1.東京スカイツリー (öffnet in neuem Tab) — 東武タワースカイツリー株式会社
  2. 2.墨田区ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 墨田区

Redaktion · Veröffentlicht: