Tokio · Sonderbezirk
Taito
台東区たいとうくTaitō-kuTempel, Museen und die alte Shitamachi von Asakusa und Ueno
Taito ist der Sonderbezirk, der die Atmosphäre der Shitamachi bewahrt, der alten Bürgerstadt Tokios. Zu ihm gehören Asakusa mit dem Senso-ji, Tokios ältestem Tempel, und der Ueno-Park mit Japans bedeutendsten Museen – darunter Le Corbusiers Nationalmuseum für westliche Kunst, eine Welterbestätte –, außerdem der Markt Ameyoko und die tempelreichen Gassen von Yanaka.
Überblick
Taito ist nach Fläche der kleinste der 23 Bezirke Tokios, aber einer der geschichtsreichsten. Er liegt auf dem Tiefland westlich des Sumida und auf dem Ueno-Hügel und entstand 1947 aus den früheren Bezirken Shitaya und Asakusa – dem Herzen der Bürgerkultur Edos mit Tempelmärkten, Theatern, Vergnügungsvierteln und Handwerkerwerkstätten.
Asakusa wuchs um den Senso-ji, einen Tempel der Kannon, der Legende nach 628 gegründet. Das Kaminarimon-Tor, die Ladenstraße Nakamise und das Sanja-Fest ziehen Besucher in großer Zahl an. Auf dem Hügel im Westen stand der Kan’ei-ji, Familientempel der Tokugawa, der in der Schlacht von Ueno 1868 zerstört wurde; aus seinem Gelände wurde der Ueno-Park mit Tokioter Nationalmuseum, Nationalmuseum für westliche Kunst, Nationalmuseum für Natur und Wissenschaft, Kunstmuseum der Metropole Tokio und Zoo.
Der Bezirk ist bis heute ein Ort kleiner Betriebe und Traditionen: Küchengroßhändler in Kappabashi, die Marktstraßen von Ameyoko, Handwerker für Edo-Glas und Lederwaren sowie die alten Holzhäuser und Tempel von Yanaka, die das Erdbeben von 1923 und die Luftangriffe von 1945 überstanden.
Sehenswürdigkeiten
Senso-ji
浅草寺Sensō-jiTokios ältester und meistbesuchter Tempel, erreichbar durch das Kaminarimon mit seiner riesigen roten Laterne und die Ladenstraße Nakamise.
Asakusa-Schrein
浅草神社Asakusa JinjaSchrein von 1649 neben dem Senso-ji, den Findern der Kannon-Statue geweiht; Ausrichter des Sanja-Fests.
Tokioter Nationalmuseum
東京国立博物館Tōkyō Kokuritsu HakubutsukanJapans ältestes und größtes Museum mit der weltweit bedeutendsten Sammlung japanischer Kunst, darunter viele Nationalschätze.
Nationalmuseum für westliche Kunst
国立西洋美術館Kokuritsu Seiyō BijutsukanLe Corbusiers einziger Bau in Ostasien (1959), errichtet für die Sammlung Matsukata; Teil einer länderübergreifenden Welterbestätte.
Ueno-Park
上野恩賜公園Ueno Onshi KōenPark auf dem Hügel mit Museen, dem Shinobazu-Teich, dem Ueno Toshogu und einer der beliebtesten Kirschalleen Tokios.
Ueno Toshogu
上野東照宮Ueno TōshōgūVergoldeter Schrein für Tokugawa Ieyasu, dessen Bauten von 1651 Erdbeben und Krieg überstanden.
Ameyoko
アメ横AmeyokoBelebte Marktstraße unter und neben den Gleisen zwischen Ueno und Okachimachi, hervorgegangen aus einem Schwarzmarkt der Nachkriegszeit.
Kappabashi
かっぱ橋道具街Kappabashi Dōgu-gaiStraße der Küchengroßhändler mit Messern, Keramik und den Kunststoff-Speisemodellen aus Restaurantschaufenstern.
Stadtviertel
Asakusa
浅草AsakusaTempelstadt mit Rikschas, traditionellen Läden, Theatern und Blick auf den Tokyo Skytree jenseits des Flusses.
Ueno
上野UenoMuseen, Zoo, Park und das belebte Bahnhofsviertel mit Ameyoko.
Yanaka
谷中YanakaRuhiges Viertel mit Tempeln, großem Friedhof, Holzhäusern und kleinen Galerien, Teil des Gebiets Yanesen.
Kuramae
蔵前KuramaeEhemaliges Reisspeicherviertel am Sumida, heute bekannt für Handwerksbetriebe, Cafés und Designläden.
Okachimachi
御徒町OkachimachiSchmuckgroßhändler und Discountläden südlich von Ueno.
Geschichte
Der Legende nach zogen 628 zwei Fischer eine Kannon-Statue aus dem Sumida; für sie wurde der Senso-ji errichtet. 1625 gründete der Abt Tenkai auf dem Ueno-Hügel den Kan’ei-ji als Schutztempel der Burg Edo, nach dem Vorbild des Enryaku-ji in Kyoto. Nach dem Großbrand von 1657 wurde das lizenzierte Vergnügungsviertel Yoshiwara nördlich von Asakusa neu angelegt, und in den 1840er-Jahren zogen auch die Kabuki-Theater nach Asakusa – das Viertel wurde zum Unterhaltungszentrum Edos.
1868 unterlagen Anhänger des Shogunats auf dem Ueno-Hügel, und das zerstörte Tempelgelände wurde 1873 einer der ersten öffentlichen Parks Japans. Asakusas Viertel Rokku wurde zum führenden Vergnügungsviertel Tokios mit Kinos und Theatern, und 1927 eröffnete zwischen Asakusa und Ueno Japans erste U-Bahn. Der Senso-ji brannte 1945 nieder; seine Haupthalle wurde 1958 wieder aufgebaut.
628
Überliefertes Gründungsjahr des Senso-ji.
1625
Tenkai gründet den Kan’ei-ji auf dem Ueno-Hügel.
1657
Das Vergnügungsviertel Yoshiwara wird nördlich von Asakusa neu angelegt.
1868
Die Schlacht von Ueno beendet den Widerstand des Shogunats in Edo.
1873
Der Ueno-Park wird einer der ersten öffentlichen Parks Japans.
1882
Im Park öffnen der Zoo und das Museum, aus dem das Tokioter Nationalmuseum hervorgeht.
1927
Japans erste U-Bahn verkehrt zwischen Asakusa und Ueno.
1947
Der Bezirk Taito entsteht aus Shitaya und Asakusa.
1959
Le Corbusiers Nationalmuseum für westliche Kunst wird eröffnet; 2016 wird es Welterbe.
Kultur
Taito ist die Hochburg der Shitamachi-Kultur: Feste mit tragbaren Schreinen, Rakugo im Suzumoto Engeijo in Ueno, Komödientheater im Viertel Rokku in Asakusa und traditionelles Handwerk. Der Ueno-Park ist Japans größtes Museumsviertel, und die Tokioter Universität der Künste an seinem Nordrand macht die Gegend zu einem Zentrum der Kunst- und Musikausbildung.
Feste
- 三社祭Sanja Matsuri
Am dritten Maiwochenende werden die drei großen Schreine des Asakusa-Schreins und rund hundert Viertelschreine durch die Straßen getragen.
Hozuki-Markt
ほおずき市Hōzuki-ichiAm 9. und 10. Juli füllt sich das Gelände des Senso-ji mit Ständen voller Lampionblumen und Windspiele.
Tori-no-ichi am Otori-Schrein
酉の市Tori-no-ichiAn den Tagen des Hahns im November einer der größten Märkte Tokios für geschmückte Bambusrechen.
Samba-Karneval Asakusa
浅草サンバカーニバルAsakusa Sanba KānibaruSamba-Umzugswettbewerb im Spätsommer, seit 1981.
Essen
Tendon
天丼tendonTempura auf Reis mit süßer Sojasauce, serviert in jahrhundertealten Lokalen Asakusas.
Dojo-nabe
どぜう鍋dojō-nabeSchmerlen, in einer flachen Eisenpfanne mit Frühlingszwiebeln geschmort – ein Edo-Gericht, das es bei Asakusa noch gibt.
Kaminari-Okoshi
雷おこしkaminari okoshiKnuspriges Gebäck aus Puffreis, das klassische Mitbringsel vom Kaminarimon.
Tonkatsu
とんかつtonkatsuIn Ueno und Okachimachi liegen einige der ältesten Schweineschnitzel-Lokale Tokios.
Ningyo-yaki
人形焼ningyōyakiKleine Küchlein mit Bohnenmus, frisch gebacken an der Nakamise.
Unterwegs vor Ort
- Am Bahnhof Ueno halten Tohoku-, Joetsu- und Hokuriku-Shinkansen sowie die JR-Linien Yamanote und Keihin-Tohoku; Keisei Ueno ist Endstation des Skyliners vom Flughafen Narita.
- Die U-Bahn-Linie Ginza verbindet Ueno und Asakusa in etwa fünf Minuten; die Toei-Asakusa-Linie fährt durchgehend zu den Flughäfen Haneda und Narita.
- Tobu-Züge nach Nikko und Kinugawa fahren ab dem Bahnhof Tobu Asakusa.
- Wasserbusse auf dem Sumida verkehren ab Asakusa nach Hama-rikyu und Odaiba.
Ausflüge
Weitere Städte der Präfektur
Häufige Fragen
Wann besucht man den Senso-ji am besten?
Früh am Morgen oder am Abend, wenn weniger Andrang herrscht; nach Einbruch der Dunkelheit sind Tempelbauten und Pagode beleuchtet.
Welche Museen liegen im Ueno-Park?
Unter anderem das Tokioter Nationalmuseum, das Nationalmuseum für westliche Kunst, das Nationalmuseum für Natur und Wissenschaft, das Kunstmuseum der Metropole Tokio und das Ueno Royal Museum.
Steht der Tokyo Skytree in Taito?
Nein. Der Skytree steht jenseits des Sumida im Bezirk Sumida, einen kurzen Fußweg oder eine Station von Asakusa entfernt.
Was ist Yanesen?
Der Sammelname für Yanaka, Nezu und Sendagi, ein Viertel an der Grenze der Bezirke Taito und Bunkyo mit Altstadtgassen, Tempeln und kleinen Läden.
Weiterlesen
Quellen
- 1.台東区ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 台東区 (Taito City)
- 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
- 3.The Architectural Work of Le Corbusier (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
- 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO