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Japan

Tokio · Sonderbezirk

Toshima

豊島区としまくToshima-ku

Ikebukuros Bahnhöfe, Anime-Kultur und das alte Sugamo

Toshima ist der Sonderbezirk im Nordwesten Tokios mit Ikebukuro als Mittelpunkt, einem der großen Bahnknoten und Einkaufsviertel der Stadt; dazu gehören die altmodische Einkaufsstraße von Sugamo, der Literatenfriedhof von Zōshigaya und der Standort des Wohnhauses Tokiwa-sō, in dem Tezuka Osamu und eine ganze Generation von Manga-Zeichnern begannen.

Überblick

Toshima liegt auf dem Musashino-Plateau nordwestlich des Tokioter Zentrums an der Ringbahn Yamanote. Bis ins frühe 20. Jahrhundert war die Gegend Ackerland mit Dörfern, darunter Somei, dessen Baumschulen die Kirschsorte Somei-Yoshino züchteten, die heute den japanischen Frühling prägt. Die Eisenbahn machte daraus einen Vorort: Ikebukuro wurde Endpunkt der Tōbu-Tōjō- und der Seibu-Ikebukuro-Linie, und um den Bahnhof wuchsen Kaufhäuser, Büros und Vergnügungsstraßen.

Ikebukuro ist heute neben Shinjuku und Shibuya eines der drei großen westlichen Nebenzentren Tokios. Östlich des Bahnhofs vereint Sunshine City – 1978 auf dem Gelände des Sugamo-Gefängnisses errichtet – einen Büroturm, ein Aquarium, ein Planetarium und Geschäfte; in der Nähe ist die Otome Road für Anime- und Manga-Läden bekannt, die sich vor allem an Frauen richten. Westlich des Bahnhofs stehen das Tokyo Metropolitan Theatre und die efeubewachsenen Backsteinbauten der Rikkyō-Universität.

Der Bezirk hat auch ruhigere Seiten. Die Jizō-dōri in Sugamo, der Zugang zum Tempel des „Dornen ziehenden Jizō“, ist eine bei älteren Tokiotern beliebte Einkaufsstraße. In Zōshigaya stehen eine Halle des 17. Jahrhunderts für die Kinderschutzgottheit Kishimojin und ein Friedhof, auf dem Natsume Sōseki und Lafcadio Hearn begraben sind. In Minami-Nagasaki erinnert ein Nachbau des Wohnhauses Tokiwa-sō an die jungen Manga-Zeichner, die dort in den 1950er-Jahren lebten.

Sehenswürdigkeiten

  • Sunshine City

    サンシャインシティSanshain Shiti

    Komplex um den 240 Meter hohen Turm Sunshine 60 mit einem Aquarium auf dem Dach des World Import Mart, Planetarium und Aussichtsplattform.

  • Jiyū Gakuen Myōnichikan

    自由学園明日館Jiyū Gakuen Myōnichikan

    Schulgebäude von Frank Lloyd Wright und Endō Arata, 1921 fertiggestellt; ein zu besichtigendes Wichtiges Kulturgut.

  • Zōshigaya Kishimojin-dō

    雑司ヶ谷鬼子母神堂Zōshigaya Kishimojin-dō

    Halle von 1664 für die Beschützerin der Kinder und Geburten, Wichtiges Kulturgut mit baumbeschattetem Zugang.

  • Kōgan-ji (Togenuki Jizō)

    高岩寺Kōgan-ji

    Tempel an der Jizō-dōri in Sugamo, wo Besucher eine Kannon-Statue an der Körperstelle waschen, die geheilt werden soll.

  • Tokiwa-sō-Manga-Museum

    トキワ荘マンガミュージアムTokiwa-sō Manga Myūjiamu

    Nachbau des hölzernen Wohnhauses, in dem Tezuka Osamu und andere bedeutende Manga-Zeichner in den 1950er-Jahren lebten und arbeiteten.

  • Friedhof Zōshigaya

    雑司ヶ谷霊園Zōshigaya Reien

    Öffentlicher Friedhof mit den Gräbern von Natsume Sōseki, Lafcadio Hearn, Nagai Kafū und Izumi Kyōka.

  • Rikkyō-Universität

    立教大学Rikkyō Daigaku

    Anglikanisch gegründete Universität, deren rotes Backstein-Hauptgebäude und Kapelle von 1918–1919 zu Tokios bekanntesten Campusbauten gehören.

Stadtviertel

  • Ikebukuro

    池袋Ikebukuro

    Das Bahnhofsviertel mit Kaufhäusern, Theatern, Vergnügungsstraßen und einem informellen Chinatown nördlich des Bahnhofs.

  • Higashi-Ikebukuro

    東池袋Higashi-Ikebukuro

    Sunshine City, die Otome Road und die Anime- und Spieleläden.

  • Sugamo

    巣鴨Sugamo

    Einkaufsstraße Jizō-dōri, im Volksmund „Harajuku der Großmütter“.

  • Komagome

    駒込Komagome

    Das frühere Dorf Somei, Heimat der Somei-Yoshino-Kirsche, am Rand des Gartens Rikugien.

  • Zōshigaya

    雑司が谷Zōshigaya

    Ruhiges Viertel um den Kishimojin-Schrein und den Friedhof, an der Straßenbahn Toden Arakawa.

Geschichte

In der Edo-Zeit war die Gegend Ackerland nordwestlich der Stadt, durchzogen vom Nakasendō bei Sugamo, wo Reisende Edo verließen, und besetzt mit Daimyō-Residenzen und Baumschulen. Gärtner in Somei züchteten in der späten Edo-Zeit die Somei-Yoshino-Kirsche. 1903 erreichte die Yamanote-Linie Ikebukuro, es folgten die Tōjō- und die Musashino-Bahn (später Seibu); 1918 zog die Rikkyō-Universität hierher, und 1932 entstand der Bezirk bei der Erweiterung der Stadt Tokio.

Nach dem Krieg wichen die Schwarzmärkte um den Bahnhof Ikebukuro den Kaufhäusern von Seibu und Tōbu. Das Sugamo-Gefängnis, in dem nach 1945 Kriegsverbrecher inhaftiert und hingerichtet wurden, wurde abgerissen und 1978 durch Sunshine City ersetzt. In den 1950er-Jahren wohnten im bescheidenen Haus Tokiwa-sō Tezuka Osamu, Fujiko Fujio, Ishinomori Shōtarō und Akatsuka Fujio; ein Nachbau eröffnete 2020 als Museum.

  1. um 1860er

    Baumschulgärtner im Dorf Somei züchten die Somei-Yoshino-Kirsche.

  2. 1903

    Die Eisenbahn erreicht Ikebukuro.

  3. 1918

    Die Rikkyō-Universität zieht nach Ikebukuro.

  4. 1921

    Frank Lloyd Wrights Schulgebäude Jiyū Gakuen Myōnichikan wird fertiggestellt.

  5. 1932

    Bei der Erweiterung der Stadt Tokio entsteht der Bezirk Toshima.

  6. 1953

    Tezuka Osamu zieht in das Wohnhaus Tokiwa-sō in Minami-Nagasaki.

  7. 1978

    Sunshine City eröffnet auf dem früheren Gelände des Sugamo-Gefängnisses.

  8. 1990

    Das Tokyo Metropolitan Theatre eröffnet in Ikebukuro.

  9. 2020

    Das Tokiwa-sō-Manga-Museum eröffnet in einem Nachbau des Hauses.

Kultur

Toshima versteht sich als Bezirk der Kultur und der Popkultur: das Erbe von Tokiwa-sō, die Anime-Läden der Otome Road, Cosplay-Veranstaltungen und Theater rund um Ikebukuro. Wappentier des Bezirks ist die Eule, weil im Namen Ikebukuro der Klang fukurō („Eule“) steckt; Eulenfiguren stehen rund um den Bahnhof. Sugamo dagegen bewahrt den Rhythmus eines alten Tempelmarkts am 4., 14. und 24. jedes Monats, den Markttagen des Togenuki Jizō.

Feste

  • Fukurō-Fest

    ふくろ祭りFukuro Matsuri

    Herbstfest in Ikebukuro mit tragbaren Schreinen und der Tanzparade Tokyo Yosakoi.

  • Jizō-Markttage

    とげぬき地蔵縁日Togenuki Jizō Ennichi

    Am 4., 14. und 24. jedes Monats säumen Stände die Jizō-dōri in Sugamo.

  • Oeshiki am Kishimojin

    御会式Oeshiki

    Mitte Oktober erinnern Prozessionen mit laternengeschmückten Papierblumentürmen in Zōshigaya an den Mönch Nichiren.

Essen

  • Ramen

    ラーメンrāmen

    Ikebukuro ist eines der umkämpftesten Ramen-Viertel Tokios, besonders für Tsukemen (Tauchnudeln).

  • Chinesische Küche

    中華料理chūka ryōri

    Regionale chinesische Restaurants neuerer Einwanderer sammeln sich nördlich des Bahnhofs Ikebukuro.

  • Shio-Daifuku

    塩大福shio daifuku

    Gesalzene Reiskuchen mit süßem Bohnenmus, der klassische Imbiss der Jizō-dōri in Sugamo.

Unterwegs vor Ort

  • Den Bahnhof Ikebukuro bedienen die JR-Linien Yamanote, Saikyō und Shōnan-Shinjuku, die Tōbu-Tōjō- und Seibu-Ikebukuro-Linie sowie die U-Bahn-Linien Marunouchi, Yūrakuchō und Fukutoshin.
  • Ab Ikebukuro fahren direkte Züge nach Kawagoe (Tōbu-Tōjō-Linie) und Chichibu (Seibu-Linie); die Saikyō-Linie erreicht Shinjuku und Shibuya.
  • Sugamo und Komagome liegen an der Yamanote-Linie; die Straßenbahn Toden Arakawa durchquert den Bezirk über Zōshigaya und Higashi-Ikebukuro.

Ausflüge

  • Kawagoe

    Das „Klein-Edo“ der Lehmspeicherhäuser, etwa eine halbe Stunde mit der Tōbu-Tōjō-Linie.

  • Chichibu

    Bergstadt mit Schreinen und winterlichem Nachtfest, mit dem Seibu-Limited-Express.

  • Shinjuku

    Tokios größter Knotenpunkt, wenige Stationen südlich an der Yamanote-Linie.

  • Taito

    Ueno und Yanaka, mit der Yamanote-Linie erreichbar.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Eignet sich Ikebukuro als Standort in Tokio?

Ja, besonders für Ausflüge nach Kawagoe und Chichibu und dank Narita Express und Saikyō-Linie; oft geht es hier etwas ruhiger zu als in Shinjuku oder Shibuya.

Was ist die Otome Road?

Eine Straße östlich des Bahnhofs Ikebukuro mit Läden für Anime, Manga und Figurenartikel, die sich vor allem an Frauen richten – das Gegenstück zu Akihabara.

Was war Tokiwa-sō?

Ein kleines hölzernes Wohnhaus, in dem in den 1950er-Jahren Tezuka Osamu, Fujiko Fujio, Ishinomori Shōtarō und andere Manga-Pioniere lebten; das Original wurde abgerissen, ein Nachbau dient heute als Museum.

Woher stammt die Somei-Yoshino-Kirsche?

Sie wurde in der späten Edo-Zeit von Baumschulgärtnern im Dorf Somei gezüchtet, dem heutigen Komagome in Toshima, und verbreitete sich ab der Meiji-Zeit in ganz Japan.

Quellen

  1. 1.豊島区公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 豊島区 (Toshima City)
  2. 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
  3. 3.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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