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Japan

Essen & Trinken

Mochi

餅もちmochi

Gestampfter Reis für Götter, Neujahr und den Teetisch

Mochi ist ein dichter, elastischer Kuchen aus gedämpftem Klebreis, der zu einer glatten Masse gestampft wird. Es ist Festspeise mit tiefen rituellen Wurzeln, vor allem zu Neujahr, und zugleich Grundlage vieler japanischer Süßigkeiten.

Reis gilt in Japan seit jeher als heilig, und Mochi – durch Stampfen verdichteter Reis – galt als Speise voller Kraft des Korns. Man bringt es den Kami an Schreinen und Hausaltären dar, isst es zu Neujahr und anderen Jahresfesten und wirft es beim Richtfest eines neuen Hauses in die Menge. Seine weiße Farbe und runde Form stehen für Reinheit und Vollkommenheit.

Hergestellt wird Mochi aus Mochigome, einer Klebreissorte. Der Reis wird eingeweicht, gedämpft und gestampft, bis die Körner in einem glatten, klebrigen Teig verschwinden, der warm geformt wird. Frisches Mochi ist weich; abgekühlt und getrocknet wird es hart und muss vor dem Essen gegrillt oder gekocht werden – dann ist es wieder weich und zieht Fäden.

Mochitsuki

Mochitsuki, das Reiskuchenstampfen, ist zum Jahresende ein traditionelles Ereignis in Familien, Nachbarschaften, Schulen und Schreinen. Der gedämpfte Reis kommt in einen großen Mörser (Usu) aus Holz oder Stein; eine Person schwingt den schweren Holzhammer (Kine), eine andere wendet und befeuchtet den Teig zwischen den Schlägen – ein Rhythmus, der Vertrauen und Timing verlangt. Die fertige Masse wird in Stücke gerissen und zu Kugeln gerollt oder flach gedrückt und in Blöcke geschnitten.

Heute kaufen die meisten Haushalte Mochi oder nutzen eine elektrische Mochi-Maschine, doch gemeinsames Stampfen rund um Neujahr ist weiterhin beliebt.

  • Mochigome

    もち米mochigome

    Klebreis, dessen Stärke ihn beim Garen sehr klebrig macht.

  • Usu und Kine

    臼・杵usu, kine

    Mörser und Holzhammer zum Stampfen.

  • Kirimochi und Marumochi

    切り餅・丸餅kirimochi, marumochi

    Rechteckig geschnittenes Mochi, üblich im Osten Japans, und rundes Mochi, üblich im Westen.

Neujahr

Zu Neujahr steht Mochi im Mittelpunkt. Kagami mochi – zwei übereinandergestapelte flache Mochi-Scheiben, gekrönt von einer Bitterorange (Daidai) – wird in Wohnungen und Schreinen als Opfergabe für die Gottheit des neuen Jahres aufgestellt. Beim Kagami biraki, meist am 11. Januar, wird es mit einem Hammer zerschlagen statt geschnitten und gegessen.

Ozōni, die Neujahrssuppe mit Mochi, unterscheidet sich regional so stark wie kaum ein anderes Gericht. In weiten Teilen Ostjapans schwimmt gegrilltes, eckiges Mochi in klarer Dashi-Soja-Brühe, in Kyoto und Teilen Kansais gekochtes, rundes Mochi in weißer Misosuppe. Manche Familien geben Huhn, Fisch, Gemüse oder örtliche Meeresfrüchte dazu, einige Regionen sogar Mochi mit süßer Bohnenpaste.

  • Kagami mochi

    鏡餅kagami mochi

    Gestapelte Mochi-Opfergabe für die Neujahrsgottheit.

  • Ozoni

    お雑煮ozōni

    Neujahrssuppe mit Mochi, je nach Region und Familie verschieden.

  • Kagami biraki

    鏡開きkagami biraki

    Feierliches Aufbrechen und Verzehren des Kagami mochi, oft am 11. Januar.

Süßes aus Mochi

Viele Wagashi, japanische Süßwaren, beruhen auf Mochi oder auf Teig aus Klebreismehl. Oft sind sie mit süßer Bohnenpaste (Anko) gefüllt und an die Jahreszeiten gebunden. Manche Süßigkeiten heißen Mochi, enthalten aber gar keinen Reis.

  • Daifuku

    大福daifuku

    Weiches Mochi mit Bohnenpaste; Ichigo daifuku enthält zusätzlich eine ganze Erdbeere.

  • Sakura mochi

    桜餅sakura mochi

    Rosa Reiskuchen mit Bohnenpaste in einem gesalzenen Kirschblatt, im Frühling und zum Puppenfest gegessen.

  • Kashiwa mochi

    柏餅kashiwa mochi

    Reiskuchen mit Bohnenpaste in einem Eichenblatt, gegessen am Kindertag, dem 5. Mai.

  • Dango

    団子dango

    Kleine Klößchen aus Reismehl am Spieß; dreifarbige Hanami-Dango gehören zur Kirschblütenschau.

  • Zunda mochi

    ずんだ餅zunda mochi

    Mochi mit süßem Edamame-Püree, eine Spezialität Sendais und des südlichen Tōhoku.

  • Warabi mochi

    わらび餅warabi mochi

    Kein Reis: geleeartige Süßigkeit aus Adlerfarnstärke mit Kinako, im Sommer gegessen.

Alltags-Mochi und Sicherheit

Hart gewordenes Mochi wird gegrillt, bis es aufgeht, und mit Sojasauce und Nori (Isobeyaki), mit gesüßtem Sojamehl (Kinako), in süßer Bohnensuppe (Oshiruko oder Zenzai) oder in Eintöpfen und Udon (Chikara udon, „Kraft-Udon“) gegessen.

Mochi ist klebrig und schwer zu schlucken; jedes Neujahr melden die Rettungsdienste Erstickungsfälle, überwiegend bei älteren Menschen. Die Feuerwehren raten, Mochi klein zu schneiden, langsam zu essen, vorher etwas zu trinken und nicht allein zu essen.

  • Kinako mochi

    きな粉餅kinako mochi

    Mochi in geröstetem Sojamehl mit Zucker gewälzt.

  • Isobeyaki

    磯辺焼きisobeyaki

    Gegrilltes Mochi mit Sojasauce, in Nori gewickelt.

  • Oshiruko

    お汁粉oshiruko

    Süße Bohnensuppe mit Mochi, ein Wintergenuss.

Häufige Fragen

Woraus besteht Mochi?

Traditionelles Mochi besteht nur aus gedämpftem und gestampftem Klebreis (Mochigome). Viele Mochi-Süßigkeiten werden stattdessen aus Klebreismehl gemacht und enthalten Zucker und Füllungen.

Ist Mochi-Eis japanisch?

Eiscreme in einer dünnen Mochi-Hülle gibt es in Japan seit den 1980er-Jahren; später wurde sie auch im Ausland beliebt. Es ist ein modernes Produkt, keine traditionelle Süßigkeit.

Warum gilt Mochi als gefährlich?

Mochi ist sehr klebrig und kann in großen Stücken die Atemwege blockieren. Kleine Stücke, gründliches Kauen und langsames Essen senken das Risiko, besonders für ältere Menschen und Kleinkinder.

Ist Mochi glutenfrei?

Reines Mochi aus Klebreis enthält kein Gluten – „Klebreis“ bezieht sich auf die Konsistenz, nicht auf Weizengluten. Süßwaren und Gerichte mit Mochi können aber Weizen oder Sojasauce enthalten.

Quellen

  1. 1.うちの郷土料理 (öffnet in neuem Tab) — 農林水産省 (Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries)
  2. 2.東京消防庁 (öffnet in neuem Tab) — 東京消防庁 (Tokyo Fire Department)
  3. 3.Japan National Tourism Organization – Official travel guide (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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