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Japan

Tokio · Hauptstadt · Sonderbezirk

Shinjuku

新宿区しんじゅくくShinjuku-ku

Hochhäuser, Neon und der Sitz der Tokioter Regierung

Shinjuku ist einer der 23 Sonderbezirke Tokios und Sitz der Metropolregierung. Rund um den meistfrequentierten Bahnhof der Welt verbindet er das Hochhausviertel Nishi-Shinjuku, Einkauf und Nachtleben in Shinjuku und Kabukicho, den Garten Shinjuku Gyoen und ruhigere alte Viertel wie Kagurazaka.

Überblick

Shinjuku umfasst die Gebiete Yodobashi, Yotsuya und Ushigome auf der Musashino-Terrasse westlich des Kaiserpalasts. Der Name, „neue Herberge“, geht auf eine 1698 gegründete Poststation am Koshu Kaido zurück; seine heutige Gestalt verdankt der Bezirk jedoch der Eisenbahn: Am Bahnhof Shinjuku, wo JR, Privatbahnen und U-Bahnen zusammentreffen, steigen mehr Fahrgäste ein, aus und um als an jedem anderen Bahnhof der Welt.

Westlich des Bahnhofs steht auf dem Gelände eines früheren Wasserwerks die erste Hochhausgruppe Japans, überragt von Kenzo Tanges Zwillingstürmen des Rathauses der Metropolregierung, seit 1991 Sitz der Tokioter Regierung. Östlich liegen Kaufhäuser, Kinos und das Vergnügungsviertel Kabukicho, die winzigen Bars von Golden Gai und die Nachkriegsgassen von Omoide Yokocho; im Südosten erstreckt sich Shinjuku Gyoen, ein ehemaliger kaiserlicher Garten.

Abseits des Zentrums ist der Bezirk überwiegend Wohn- und Universitätsviertel: die Waseda-Universität, die gepflasterten Gassen von Kagurazaka mit Restaurants und ehemaligen Geisha-Häusern und Shin-Okubo, Tokios größtes Koreanerviertel, zeigen die Vielfalt eines Bezirks mit hohem Anteil ausländischer Einwohner.

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus der Metropolregierung

    東京都庁Tōkyō Tochō

    Kenzo Tanges 243 m hohe Zwillingstürme (1991) mit öffentlichen Aussichtsetagen im 45. Stock.

  • Shinjuku Gyoen

    新宿御苑Shinjuku Gyoen

    Ehemaliger kaiserlicher Garten mit französischem, englischem und japanischem Teil; berühmt für die Kirschblüte.

  • Omoide Yokocho

    思い出横丁Omoide Yokochō

    Enge Nachkriegsgassen mit winzigen Yakitori-Theken entlang der Gleise westlich des Bahnhofs.

  • Golden Gai

    ゴールデン街Gōruden-gai

    Sechs Gassen mit rund 200 Miniaturbars in zweistöckigen Holzhäusern, lange Treffpunkt von Schriftstellern und Filmleuten.

  • Hanazono-Schrein

    花園神社Hanazono Jinja

    Schutzschrein Shinjukus neben Golden Gai, bekannt für seine Rechenmärkte im November.

  • Natsume-Soseki-Gedenkmuseum

    漱石山房記念館Sōseki Sanbō Kinenkan

    Museum am Ort des letzten Wohnhauses des Schriftstellers in Waseda-Minami, mit rekonstruiertem Arbeitszimmer.

  • Suehirotei

    新宿末廣亭Shinjuku Suehirotei

    Hölzernes Yose-Theater für Rakugo und Varieté, eines der letzten traditionellen Häuser Tokios.

Stadtviertel

  • Nishi-Shinjuku

    西新宿Nishi-Shinjuku

    Das Hochhausviertel mit Metropolregierung, Hotels und Büros.

  • Kabukicho

    歌舞伎町Kabukichō

    Japans bekanntestes Vergnügungsviertel mit Kinos, Bars, Restaurants und Host-Clubs.

  • Shinjuku Sanchome

    新宿三丁目Shinjuku Sanchōme

    Kaufhäuser und Mode an der Shinjuku-dori, daneben das LGBTQ-Barviertel Shinjuku Nichome.

  • Kagurazaka

    神楽坂Kagurazaka

    Hangstraße und gepflasterte Gassen mit traditionellen Restaurants, einer kleinen französischen Gemeinde und verbliebenen Geisha-Häusern.

  • Shin-Okubo

    新大久保Shin-Ōkubo

    Tokios größtes Koreanerviertel mit Restaurants, Kosmetikläden und K-Pop-Geschäften.

  • Waseda und Takadanobaba

    早稲田Waseda

    Studentenviertel um die Waseda-Universität, bekannt für günstige Ramen-Lokale.

Geschichte

1698 erlaubte das Shogunat eine neue Poststation, Naito-Shinjuku, auf dem Land der Familie Naito, wo der Koshu Kaido auf den Ome Kaido traf; aus dem Naito-Anwesen wurde später Shinjuku Gyoen. 1885 wurde der Bahnhof Shinjuku eröffnet. Nach dem Erdbeben von 1923, das die westlichen Vororte weitgehend verschonte, zogen Kaufhäuser, Theater und Pendler nach Westen, und Shinjuku wurde zu einem neuen Zentrum.

Der heutige Bezirk entstand 1947 aus Yotsuya, Ushigome und Yodobashi. Aus Schwarzmärkten der Nachkriegszeit gingen Omoide Yokocho und Golden Gai hervor; Kabukicho erhielt seinen Namen von einem 1948 geplanten, aber nie gebauten Kabuki-Theater. Das Hochhausviertel entstand ab 1971, und 1991 zog die Metropolregierung von Marunouchi nach Shinjuku.

  1. 1698

    Eröffnung der Poststation Naito-Shinjuku am Koshu Kaido.

  2. 1885

    Der Bahnhof Shinjuku wird eröffnet.

  3. 1898

    Auf dem Gelände des heutigen Hochhausviertels entsteht das Wasserwerk Yodobashi.

  4. 1906

    Der kaiserliche Garten Shinjuku Gyoen auf dem früheren Naito-Anwesen ist vollendet.

  5. 1947

    Gründung des Bezirks Shinjuku aus Yotsuya, Ushigome und Yodobashi.

  6. 1948

    Kabukicho erhält im Zuge eines Wiederaufbauplans seinen Namen.

  7. 1971

    Das Keio Plaza Hotel wird das erste Hochhaus in Nishi-Shinjuku.

  8. 1991

    Die Metropolregierung bezieht ihren neuen Sitz in Nishi-Shinjuku.

Kultur

Shinjuku war lange die Bühne der Tokioter Gegenkultur – Studentenproteste, Untergrundtheater und Jazzcafés der 1960er-Jahre, die Schriftsteller und Filmemacher von Golden Gai. Heute verbindet der Bezirk Kaufhäuser und Kinos von Weltrang mit Theater in der Tokyo Opera City und im Neuen Nationaltheater, Rakugo im Suehirotei und mit Nichome einem der bekanntesten LGBTQ-Viertel Asiens.

Feste

  • Tori-no-ichi am Hanazono-Schrein

    酉の市Tori-no-ichi

    An den Tagen des Hahns im November verkaufen Stände geschmückte Bambusrechen (Kumade) für gute Geschäfte.

  • Eisa-Fest Shinjuku

    新宿エイサーまつりShinjuku Eisā Matsuri

    Okinawanischer Eisa-Trommeltanz in den Straßen um den Bahnhof im Sommer.

  • Kagurazaka-Fest

    神楽坂まつりKagurazaka Matsuri

    Sommerfest mit Lampionblumen-Markt und Awa-Odori-Tänzern am Hang von Kagurazaka.

Essen

  • Yakitori

    焼き鳥yakitori

    Gegrillte Hähnchenspieße, das klassische Angebot der Theken in Omoide Yokocho.

  • Ramen und Tsukemen

    つけ麺tsukemen

    Shinjuku und Takadanobaba haben eine der dichtesten Ramen-Szenen Tokios, darunter Spezialisten für Tunknudeln.

  • Koreanische Küche

    韓国料理Kankoku ryōri

    Grillfleisch, Eintöpfe und Straßensnacks in Shin-Okubo.

Unterwegs vor Ort

  • Den Bahnhof Shinjuku bedienen die JR-Linien Yamanote, Chuo, Sobu, Saikyo und Shonan-Shinjuku, die Bahnen von Odakyu und Keio sowie die U-Bahn-Linien Marunouchi, Shinjuku und Oedo; der Bahnhof Seibu-Shinjuku liegt in der Nähe.
  • Der Narita Express fährt direkt zum Flughafen Narita, der Odakyu-Romancecar nach Hakone.
  • Busta Shinjuku über dem Südausgang ist Japans größter Fernbusbahnhof, mit Verbindungen zum Fuji, nach Kusatsu und ins ganze Land.
  • Der Bahnhof Tochomae der Oedo-Linie erschließt das Regierungsviertel; der Bahnhof Shinjuku ist riesig, genaues Folgen der Ausgangsschilder spart Zeit.

Ausflüge

  • Hakone

    Heiße Quellen, Ashi-See und Fuji-Blick, rund 85 Minuten mit dem Odakyu-Romancecar.

  • Takao

    Bewaldeter Berg mit Tempel, etwa 50 Minuten mit der Keio-Linie.

  • Kawagoe

    Speicherstraßen von „Klein-Edo“, direkt mit der Seibu-Shinjuku-Linie.

  • Fujikawaguchiko

    Der Kawaguchi-See am Fuß des Fuji, per Fernbus ab Busta Shinjuku.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Ist Shinjuku die Hauptstadt Tokios?

Im Bezirk Shinjuku sitzt die Metropolregierung, daher wird er meist als Hauptstadt genannt; streng genommen hat Tokio keine eigene Hauptstadt.

Kann man auf das Rathaus der Metropolregierung hinauf?

Ja. Die Aussichtsetagen im 45. Stock sind in beiden Türmen öffentlich zugänglich; an klaren Tagen reicht der Blick bis zum Fuji.

Ist Kabukicho sicher?

Im Allgemeinen ja, doch sollte man Anwerber ignorieren, sich nicht von Fremden in Bars führen lassen und Preise vor der Bestellung prüfen.

Wann lohnt sich Shinjuku Gyoen am meisten?

Ende März bis April wegen der vielen Kirschsorten und im November wegen Herbstlaub und Chrysanthemenschau.

Quellen

  1. 1.新宿区ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 新宿区 (Shinjuku City)
  2. 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — 総務省統計局 (Statistics Bureau of Japan)
  3. 3.東京都公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 東京都 (Tokyo Metropolitan Government)
  4. 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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