Nationalmuseum Tokio
東京国立博物館とうきょうこくりつはくぶつかんTōkyō Kokuritsu HakubutsukanJapans ältestes Museum und Schatzhaus seiner Kunst
Das Nationalmuseum Tokio im Ueno-Park, 1872 gegründet, ist das älteste und größte Museum Japans. Seine Sammlung japanischer und asiatischer Kunst und Archäologie umfasst einen großen Teil der Nationalschätze des Landes, die im Wechsel in sechs Gebäuden gezeigt werden.
Überblick
Das Nationalmuseum Tokio geht auf eine Ausstellung im Yushima Seidō von 1872 zurück, die erste öffentliche Museumsausstellung der neuen Meiji-Regierung. 1882 zog es nach Ueno und wurde als Museum des Kaiserhauses zum wichtigsten Museum für die Kunst und Altertümer des eigenen Landes. Heute wird es von den Nationalen Instituten für Kulturerbe getragen.
Die Sammlung reicht von Jōmon-Keramik und Haniwa-Figuren über buddhistische Skulptur, Kalligrafie, Tuschmalerei, Stellschirme, Lackkunst, Schwerter und Rüstungen, Keramik und Textilien bis zu Ukiyo-e-Holzschnitten, dazu Kunst aus China, Korea, Zentral- und Südostasien sowie Ägypten. Zu den bekanntesten Werken gehören Hasegawa Tōhakus Stellschirme mit Kiefern im Nebel und Sesshūs Herbst- und Winterlandschaften. Da Licht Papier und Seide schadet, werden die Werke im Wechsel gezeigt; die Präsentation ändert sich mehrmals im Jahr.
Die Gebäude des Museums sind selbst ein Stück Architekturgeschichte: das Honkan von 1938, ein Betonbau mit japanischem Ziegeldach; das Hyōkeikan von 1908, ein Kuppelbau im westlichen Stil des Hofarchitekten Katayama Tōkuma; das Tōyōkan für asiatische Kunst; das Heiseikan für Archäologie und Sonderausstellungen sowie die Galerie der Hōryū-ji-Schätze von Taniguchi Yoshio.
Höhepunkte
Honkan (Japanische Galerie)
本館HonkanHauptgebäude von 1938 mit der Dauerpräsentation japanischer Kunst von der Vorgeschichte bis ins 19. Jahrhundert; Wichtiges Kulturgut.
Hyokeikan
表慶館HyōkeikanNeobarocker Kuppelbau von 1908, einer der schönsten westlichen Bauten der Meiji-Zeit.
Toyokan (Asiatische Galerie)
東洋館TōyōkanSäle für chinesische, koreanische, asiatische und ägyptische Kunst in einem Bau von Taniguchi Yoshirō aus dem Jahr 1968.
Heiseikan
平成館HeiseikanSitz der archäologischen Abteilung mit Jōmon-Figuren und Haniwa sowie großer Sonderausstellungen.
Galerie der Horyu-ji-Schätze
法隆寺宝物館Hōryūji HōmotsukanMinimalistischer Bau von 1999 mit Objekten des 7. und 8. Jahrhunderts aus dem Hōryū-ji, darunter Dutzende kleiner vergoldeter Bronzebuddhas.
Museumsgarten
庭園teienGarten hinter dem Honkan mit versetzten Teehäusern, im Frühjahr und Herbst zugänglich.
Geschichte
Das Museum entstand in den ersten Meiji-Jahren, als die Regierung japanische Kunst und Handwerk für Ausstellungen im Inland und auf der Wiener Weltausstellung von 1873 sammelte. Das erste Hauptgebäude in Ueno, entworfen vom britischen Architekten Josiah Conder, eröffnete 1882 und wurde beim Erdbeben von 1923 zerstört.
Nach einem Wettbewerb, der einen „orientalischen Stil auf Grundlage japanischen Geschmacks“ verlangte, eröffnete 1938 das heutige Honkan von Watanabe Jin. 1947 ging das Museum vom Kaiserhaus an den Staat über, 1952 erhielt es seinen heutigen Namen. Die Schätze, die der Hōryū-ji 1878 dem Kaiserhaus übergab, werden in einer eigenen, 1999 neu errichteten Galerie gezeigt.
1872
Eine Regierungsausstellung im Yushima Seidō gilt als Gründung des Museums.
1882
Eröffnung in Ueno in einem Gebäude von Josiah Conder.
1908
Fertigstellung des Hyōkeikan zur Hochzeit des Kronprinzen.
1923
Das Große Kantō-Erdbeben zerstört das Hauptgebäude.
1938
Eröffnung des heutigen Honkan.
1947
Das Museum geht vom Kaiserhaus an den Staat über.
1952
Umbenennung in Nationalmuseum Tokio.
1968
Eröffnung des Tōyōkan für asiatische Kunst.
1999
Eröffnung des Heiseikan und der neuen Galerie der Hōryū-ji-Schätze.
Kultur
Als Nationalmuseum der Hauptstadt nimmt das Nationalmuseum Tokio eine zentrale Stellung darin ein, wie Japan seine eigene Kunst präsentiert. Es betreut einige der bedeutendsten Nationalschätze und Wichtigen Kulturgüter und zeigt große Sonderausstellungen mit enormem Andrang, oft rund um die Schätze eines einzelnen Tempels oder Künstler wie Sesshū oder Tōhaku.
Zugleich ist es Teil der Kulturmeile im Ueno-Park. Mit dem Nationalmuseum für westliche Kunst, dem Nationalmuseum für Natur und Wissenschaft, dem Tokyo Metropolitan Art Museum und der Tokyo University of the Arts in der Nachbarschaft ist Ueno das dichteste Museumsviertel Japans.
Besuch
- Das Museum liegt am Nordende des Ueno-Parks, etwa zehn Gehminuten vom Parkausgang des JR-Bahnhofs Ueno.
- Für das Honkan sollte man mindestens einen halben Tag einplanen; Tōyōkan und Hōryū-ji-Galerie lohnen einen eigenen Besuch.
- Die Präsentation wechselt übers Jahr, bestimmte Werke sind also nicht immer zu sehen; den Ausstellungsplan veröffentlicht das Museum auf seiner Website.
- Sonderausstellungen im Heiseikan laufen getrennt von der Sammlungspräsentation und können am Wochenende sehr voll sein.
In der Nähe
Nationalmuseum für westliche Kunst
Le Corbusiers Museumsbau im Ueno-Park, Teil einer Welterbestätte.
Ueno Toshogu
上野東照宮Ueno TōshōgūVergoldeter Schrein für Tokugawa Ieyasu von 1651 im Ueno-Park.
Yanaka
谷中YanakaAltes Viertel mit Tempeln, Friedhöfen und Holzhäusern gleich nordwestlich des Museums.
Tokios ältester Tempel in Asakusa, zwei Stationen entfernt an der Ginza-Linie.
Häufige Fragen
Wie alt ist das Nationalmuseum Tokio?
Es geht auf das Jahr 1872 zurück und ist damit das älteste Museum Japans; 1882 zog es an seinen heutigen Standort im Ueno-Park.
Wie viele Nationalschätze besitzt es?
89 Nationalschätze (Stand 2025), etwa ein Zehntel aller Nationalschätze der bildenden Kunst in Japan.
Sind alle Nationalschätze ausgestellt?
Nein. Empfindliche Werke auf Papier und Seide werden nur für begrenzte Zeit gezeigt; was gerade zu sehen ist, steht auf der Website des Museums.
Was ist die Galerie der Hōryū-ji-Schätze?
Ein eigenes Gebäude für Objekte, die der Hōryū-ji in Nara 1878 dem Kaiserhaus übergab, darunter vergoldete buddhistische Bronzefiguren des 7. Jahrhunderts.
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Quellen
- 1.東京国立博物館 (öffnet in neuem Tab) — 独立行政法人国立文化財機構
- 2.文化遺産オンライン (öffnet in neuem Tab) — 文化庁