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Japan

Feste · Mai

Sanja-Matsuri

三社祭さんじゃまつりSanja Matsuri

Drei Tage Tragschreine in den Gassen des alten Asakusa

Das Sanja-Matsuri ist das Fest des Asakusa-Schreins in Tokio und dauert drei Tage am dritten Wochenende im Mai. Es ehrt die drei Männer, denen die Gründung des benachbarten Tempels Sensō-ji zugeschrieben wird, und ist berühmt für rund hundert Nachbarschafts-Tragschreine und die drei großen Schrein-mikoshi, die unter Rufen und Gedränge im Geist des alten Edo durch Asakusa getragen werden.

Sanja bedeutet „drei Schreine“ – der Name bezieht sich auf die drei Männer, die im Asakusa-Schrein verehrt werden. Nach der Gründungslegende des Sensō-ji zogen die Fischerbrüder Hinokuma Hamanari und Takenari im Jahr 628 eine kleine Statue des Bodhisattva Kannon aus dem Sumida-Fluss. Der Dorfvorsteher Haji no Nakatomo erkannte sie als heilig, legte Gelübde ab und machte sein Haus zum Tempel. Daraus erwuchs der Sensō-ji, und die drei Männer wurden später neben ihm als Gottheiten verehrt.

Für Asakusa, das alte Vergnügungs- und Handwerkerviertel im Osten Tokios, ist das Fest der Höhepunkt des Jahres. Drei Tage im Mai füllen sich die Straßen um den Sensō-ji mit Festmusik, Ständen und Trägergruppen in einheitlichen Happi-Jacken, und der Charakter der shitamachi, der alten Unterstadt, zeigt sich in voller Stärke.

Schrein und Tempel

Der Asakusa-Schrein steht unmittelbar rechts neben der Haupthalle des Sensō-ji. Die längste Zeit ihrer Geschichte bildeten beide eine religiöse Einheit; der Schrein hieß Sanja Gongen, Ausdruck der Verschmelzung buddhistischer und shintoistischer Verehrung. Als die Meiji-Regierung ab 1868 die Trennung von Shintō und Buddhismus (shinbutsu bunri) anordnete, wurde der Schrein eine eigenständige Shintō-Einrichtung und 1873 in Asakusa-Schrein umbenannt.

Früher fand das Fest im dritten Monat des Mondkalenders statt, und die Tragschreine wurden per Boot über den Sumida gefahren. In der Meiji-Zeit wurde es in den Mai verlegt. Die heutige Haupthalle ließ der dritte Tokugawa-Shōgun Iemitsu 1649 errichten; sie überstand sowohl das Große Kantō-Erdbeben als auch die Luftangriffe von 1945.

Die drei Festtage

Jeder Tag hat seinen eigenen Schwerpunkt, und der Ablauf ist jedes Jahr derselbe.

TagHauptereignisse
FreitagDaigyōretsu: Kostümumzug mit Musikern, Geishas, Tänzern und Würdenträgern durch Asakusa; Binzasara-mai-Tanz im Schrein
SamstagRengō togyo: rund hundert Tragschreine der Nachbarschaften sammeln sich am Schrein und werden nacheinander gesegnet
SonntagMiyadashi bei Tagesanbruch: Die drei Haupt-mikoshi verlassen den Schrein, ziehen durch die Gemeinde und kehren abends zurück (miyairi)

Die Tragschreine

Ein mikoshi ist ein tragbarer Schrein, in den die Gottheit für das Fest überführt wird, damit sie durch ihre Gemeinde getragen werden und den Straßen Segen bringen kann. Die drei großen Tragschreine des Asakusa-Schreins, Ichi-no-miya, Ni-no-miya und San-no-miya, tragen je einen der drei verehrten Männer. Jeder wiegt rund eine Tonne und liegt auf langen Stangen auf den Schultern Dutzender Träger, die sich ständig abwechseln.

Zum Ruf „seiya, soiya“ heben, wiegen und stoßen die Träger den Schrein – ein kraftvoller Stil, der die Gottheit beleben soll. Das miyadashi am Sonntagmorgen, wenn die drei Schreine durch eine dichte Menge von Trägern hinausgeschoben werden, die alle eine Schulter unter die Stangen bringen wollen, ist der intensivste Moment des Fests.

  • Mikoshi

    神輿mikoshi

    Tragschrein auf Stangen, in dem die Gottheit während des Fests vorübergehend wohnt.

  • Miyadashi

    宮出しmiyadashi

    Das Heraustragen der Haupt-mikoshi aus dem Schrein bei Tagesanbruch am Sonntag.

  • Binzasara-mai

    びんざさら舞binzasara-mai

    Ritueller Tanz für gute Ernte und Wohlstand mit einer Klapper aus Holzleisten; von Tokio als immaterielles Volkskulturgut geschützt.

  • Happi

    法被happi

    Die kurze Festjacke mit dem Emblem der Nachbarschaft, die die Träger tragen.

Besuch und Verhalten

Asakusa erreicht man mit den U-Bahn-Linien Ginza und Asakusa sowie mit der Tōbu-Bahn. Das Fest zieht riesige Menschenmengen an, besonders rund um den Sensō-ji und am Sonntagmorgen; die kleineren Nachbarschafts-Tragschreine in den Seitenstraßen lassen sich oft aus nächster Nähe beobachten.

Das Sanja-Matsuri gilt als ungestüm. Auf einen Tragschrein zu klettern ist streng verboten, weil es die Gottheit missachtet und die Träger gefährdet; wiederholte Verstöße haben die Veranstalter in der Vergangenheit dazu gebracht, den Sonntagsumzug einzuschränken. Zuschauer sollten Abstand zu fahrenden Tragschreinen halten, die unvermittelt in die Menge schwenken können, und sich keiner Gruppe ungefragt anschließen.

Zeitleiste

  1. 628

    Nach der Gründungslegende des Sensō-ji wird die Kannon-Statue aus dem Sumida geborgen

  2. 1649

    Bau der heutigen Haupthalle unter Shōgun Tokugawa Iemitsu

  3. 1868

    Beginn der Trennung von Shintō und Buddhismus; Schrein und Tempel werden geschieden

  4. 1873

    Umbenennung in Asakusa-Schrein

  5. Meiji-Zeit

    Verlegung des Fests vom dritten Mondmonat in den Mai

Häufige Fragen

Wann findet das Sanja-Matsuri statt?

Am dritten Wochenende im Mai, von Freitag bis Sonntag. Die drei Haupt-Tragschreine werden am Sonntag bei Tagesanbruch hinausgetragen.

Wen ehrt das Fest?

Die beiden Fischer, die der Legende nach 628 die Kannon-Statue des Sensō-ji fanden, und den Dorfvorsteher, der sie verehrte.

Ist das Fest buddhistisch oder shintoistisch?

Es ist das Fest des Asakusa-Schreins, also ein Shintō-Fest. Bis 1868 bildeten Schrein und Tempel eine Einheit – daher die enge Verbindung zum Sensō-ji.

Kann man als Tourist einen Tragschrein mittragen?

Die Träger gehören zu den Nachbarschaftsvereinigungen oder sind deren Gäste. Besucher sollten aus sicherem Abstand zuschauen und keinesfalls auf einen Tragschrein steigen.

Quellen

  1. 1.浅草神社 三社祭 (öffnet in neuem Tab) — 浅草神社
  2. 2.台東区公式ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 台東区
  3. 3.GO TOKYO (öffnet in neuem Tab) — Tokyo Convention & Visitors Bureau

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