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Japan

Hiroshima · Stadt

Hatsukaichi

廿日市市はつかいちしHatsukaichi-shi

Hafenstadt am Festland und die heilige Insel Miyajima

Hatsukaichi ist eine Stadt an der Bucht von Hiroshima westlich von Hiroshima, zu deren Gebiet die Insel Miyajima (Itsukushima) gehört. Deren Itsukushima-Schrein, über dem Meer errichtet und mit großem Torii, ist Welterbe und eine der Drei Landschaften Japans.

Überblick

Hatsukaichi reicht vom Ufer der Bucht von Hiroshima weit in die bewaldeten Berge an der Grenze zu Shimane und Yamaguchi. Der Name, „Markt am zwanzigsten Tag“, erinnert an einen Marktort an der San'yō-Straße; heute ist das Festland größtenteils Wohnvorort von Hiroshima. Seit 2005 gehört auch Miyajima zur Stadt – die Insel, die Hatsukaichi zu einem der meistbesuchten Orte Japans macht.

Miyajima, amtlich Itsukushima, wird seit dem Altertum als heilige Insel verehrt. Der Itsukushima-Schrein wurde über dem Watt errichtet, damit die Insel selbst unberührt blieb, und 1168 gab ihm Taira no Kiyomori seine heutige Gestalt aus zinnoberroten, durch Gänge verbundenen Hallen. Bei Flut scheinen Schrein und großes Torii zu schwimmen, bei Ebbe kann man zum Tor hinauslaufen.

Hinter dem Schrein steigt die Insel zum Misen an, bedeckt von Urwald und gekrönt von Granitblöcken, mit dem Tempel Daishō-in am Hang und einer Seilbahn Richtung Gipfel. Zahme Sikahirsche streifen durch die Gassen der Schreinstadt, und der Fähranleger Miyajimaguchi am Festland ist für gegrillten Meeraal auf Reis berühmt.

Sehenswürdigkeiten

  • Itsukushima-Schrein

    嚴島神社Itsukushima Jinja

    Zinnoberrote Hallen und Gänge auf Pfählen über dem Watt; die Hauptgebäude sind Nationalschätze.

  • Großes Torii

    大鳥居Ōtorii

    Rund 16 m hohes Tor aus Kampferholz im Meer, das allein durch sein Eigengewicht steht.

  • Misen

    弥山Misen

    Der 535 m hohe Inselgipfel mit Urwald, riesigen Felsblöcken, der Halle des Ewigen Feuers und Blick über die Inlandsee.

  • Daishō-in

    大聖院Daishō-in

    Der wichtigste Shingon-Tempel der Insel mit Reihen von Buddhastatuen und Gebetsmühlen an der Treppe.

  • Senjōkaku

    豊国神社(千畳閣)Hōkoku Jinja (Senjōkaku)

    Riesige, unvollendete Halle von rund 857 Tatami für Hideyoshi, neben der fünfstöckigen Pagode.

  • Momijidani-Park

    紅葉谷公園Momijidani Kōen

    Ahorntal hinter dem Schrein, bekannt für Herbstfarben und Ausgangspunkt der Seilbahn.

  • Omotesandō

    表参道商店街Omotesandō shōtengai

    Einkaufsstraße vom Anleger zum Schrein mit Momiji-Manjū-Bäckereien und dem größten Reislöffel der Welt.

Stadtviertel

  • Miyajima

    宮島Miyajima

    Die Schreininsel mit der Altstadtgasse Machiya-dōri und dem Schreinbezirk.

  • Miyajimaguchi

    宮島口Miyajimaguchi

    Fährhafen am Festland mit JR- und Straßenbahnhaltestelle und Anago-meshi-Lokalen.

  • Zentrum Hatsukaichi

    廿日市Hatsukaichi

    Der alte Marktort an der San'yō-Straße, heute Verwaltungszentrum der Stadt.

  • Yoshiwa und Saiki

    吉和・佐伯Yoshiwa, Saiki

    Bergbezirke im Landesinneren mit Wäldern, einem Skigebiet und Quellflüssen des Ōta.

Geschichte

Der Überlieferung nach wurde der Itsukushima-Schrein 593 gegründet. Landesweite Bedeutung erlangte er, als Taira no Kiyomori, Gouverneur von Aki, ihn zum Schutzschrein seines Klans erhob und 1168 prächtig ausbaute; die Taira stifteten auch die Heike Nōkyō, Sutrenrollen, die heute Nationalschatz sind. Nach Bränden im 13. Jahrhundert wurden die Hallen im selben Grundriss wiedererrichtet.

1555 besiegte Mōri Motonari auf der Insel Sue Harukata in der Schlacht von Itsukushima; die Mōri und später die Asano von Hiroshima förderten den Schrein weiter. Toyotomi Hideyoshi ließ 1587 die große Halle Senjōkaku beginnen. Das heutige Torii stammt von 1875. 1996 wurde der Schrein Welterbe, und durch Zusammenschlüsse 2003 und 2005 kamen Miyajima und die Bergbezirke zu Hatsukaichi.

  1. 593

    Nach Überlieferung gründet Saeki no Kuramoto den Itsukushima-Schrein.

  2. 1168

    Taira no Kiyomori baut den Schrein in seiner heutigen Anlage über dem Meer aus.

  3. 1241

    Nach Bränden werden die Haupthallen nach Kiyomoris Plan neu errichtet.

  4. 1407

    Die fünfstöckige Pagode entsteht auf dem Hügel neben dem Schrein.

  5. 1555

    Mōri Motonari siegt in der Schlacht von Itsukushima.

  6. 1587

    Toyotomi Hideyoshi lässt die Halle Senjōkaku beginnen, die bei seinem Tod unvollendet bleibt.

  7. 1875

    Das heutige große Torii, das achte seit der Heian-Zeit, wird errichtet.

  8. 1996

    Der Itsukushima-Schrein wird in die Welterbeliste aufgenommen.

  9. 2005

    Die Gemeinden Miyajima und Ōno werden nach Hatsukaichi eingemeindet.

Kultur

Die Kultur Miyajimas ist von seiner Heiligkeit geprägt: Jahrhundertelang wurden Geburten und Bestattungen von der Insel ferngehalten, und bis heute gibt es dort keinen Friedhof. Der Schrein pflegt Hofmusik und Bugaku-Tanz, aufgeführt bei Festen und auf seiner Nō-Bühne, die im Meer steht. Der Reislöffel (Shamoji), angeblich von einem Mönch hier erfunden, ist das klassische Handwerk und Mitbringsel der Insel.

Feste

  • Kangensai

    管絃祭Kangensai

    Am 17. Tag des sechsten Mondmonats erklingt Hofmusik auf Booten, die nachts die Bucht queren.

  • Chinkasai

    鎮火祭Chinkasai

    Feuerfest am 31. Dezember, bei dem junge Männer riesige brennende Fackeln am Ufer entlangtragen.

  • Tōkasai

    桃花祭Tōkasai

    Frühlingsfest des Itsukushima-Schreins mit Bugaku-Tanz und Nō auf der Meeresbühne.

Essen

  • Anago-meshi

    あなごめしAnago-meshi

    Gegrillter Meeraal auf in Aalbrühe gegartem Reis, in Miyajimaguchi seit Anfang des 20. Jahrhunderts serviert.

  • Gegrillte Austern

    焼き牡蠣Yaki-gaki

    Austern aus den Gewässern um die Insel, gegrillt an Ständen der Omotesandō.

  • Momiji-Manjū

    もみじ饅頭Momiji manjū

    Ahornblatt-Küchlein, in der Meiji-Zeit auf Miyajima erfunden, auch frittiert als Age-Momiji.

Unterwegs vor Ort

  • Der JR-Bahnhof Miyajimaguchi ist etwa 25 Minuten von Hiroshima entfernt (San'yō-Linie); die Straßenbahn aus der Innenstadt braucht rund eine Stunde.
  • Zwei Fährgesellschaften setzen in etwa 10 Minuten von Miyajimaguchi über; Boote fahren auch vom Friedenspark und von Ujina in Hiroshima.
  • Für Besuche auf Miyajima wird eine Besucherabgabe erhoben; aktuelle Einzelheiten nennt die offizielle Website der Stadt.
  • Auf der Insel sind Schrein und Ort gut zu Fuß erreichbar; die Miyajima-Seilbahn führt vom Momijidani-Park Richtung Misen-Gipfel.

Ausflüge

  • Hiroshima

    広島Hiroshima

    Friedenspark und Atombombenkuppel, weniger als eine Stunde entfernt.

  • Iwakuni

    岩国Iwakuni

    Die Kintai-Brücke in Yamaguchi, etwa 30 Zugminuten westlich.

  • Friedensdenkmal Hiroshima

    原爆ドームGenbaku Dōmu

    Die Welterbe-Ruine, mit Miyajima per Direktboot verbunden.

  • Sandankyō

    三段峡Sandankyō

    Die tiefe Schlucht im westlichen Bergland, per Auto oder Bus über Hiroshima.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Wann sieht man das „schwimmende“ Torii am besten?

Bei Flut, wenn Torii und Schrein zu schwimmen scheinen; bei Ebbe kann man bis zum Tor laufen. Gezeitentabellen veröffentlichen Schrein und Stadt.

Gehört Miyajima zur Stadt Hiroshima?

Nein. Miyajima gehört seit 2005 zur Stadt Hatsukaichi, die westlich an Hiroshima grenzt.

Wie lange dauert der Aufstieg auf den Misen?

Zu Fuß etwa anderthalb bis zwei Stunden vom Schreinort; mit der Seilbahn bleibt ein Fußweg von rund 30 Minuten bis zum Gipfel.

Kann man auf Miyajima übernachten?

Ja. Es gibt Ryokan und Hotels auf der Insel; wer bleibt, erlebt den Schrein in der Ruhe des Abends und frühen Morgens.

Quellen

  1. 1.廿日市市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 廿日市市
  2. 2.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  3. 3.Itsukushima Shinto Shrine (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  4. 4.嚴島神社 (öffnet in neuem Tab) — 嚴島神社
  5. 5.瀬戸内海国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省

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