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Japan

Kumamoto · Stadt

Amakusa

天草市あまくさしAmakusa-shi

Kirchen, Fischerhäfen und das offene Ostchinesische Meer

Amakusa ist eine Inselstadt im Westen der Präfektur Kumamoto, die den größten Teil der Insel Amakusa-Shimoshima und mehrere kleinere Inseln zwischen Yatsushiro-Meer und Ostchinesischem Meer umfasst. Bekannt ist sie für ihre christliche Geschichte, darunter das Fischerdorf Sakitsu als Welterbe-Bestandteil, sowie für Küste, Meeresfrüchte und dort lebende Delfine.

Überblick

Die rund 120 Amakusa-Inseln liegen vor der Halbinsel Uto. Die 2006 um das alte Zentrum Hondo gebildete Stadt Amakusa umfasst den größten Teil der Hauptinsel Shimoshima sowie Teile von Kamishima und Inseln wie Goshoura. Hügeliges, bewaldetes Inland, Terrassenfelder und kleine Häfen prägen die Landschaft; die Westküste zum Ostchinesischen Meer ist schroff, die Seite zum Yatsushiro-Meer ruhiger.

Das Christentum erreichte Amakusa in den 1560er-Jahren und blühte unter konvertierten örtlichen Herren auf; die Jesuiten unterhielten hier ein Kolleg und druckten einige der ersten Bücher europäischer Art in Japan. Nach dem Verbot beteiligten sich viele Inselbewohner am Aufstand von Shimabara und Amakusa 1637/38 unter dem jungen Amakusa Shirō. Die Überlebenden und ihre Nachfahren in Dörfern wie Sakitsu bewahrten ihren Glauben über zwei Jahrhunderte im Verborgenen – mit Abalonenmuscheln und buddhistischen oder shintoistischen Gegenständen anstelle christlicher Bilder.

Heute ziehen die Kirchen von Sakitsu und Ōe, Museen zur christlichen Geschichte und die Küstenlandschaft Besucher an. Vor der Nordspitze lebt eine standorttreue Gruppe Großer Tümmler, und die Fischerei – vor allem Kuruma-Garnelen, Seeigel und Meerbrasse – bleibt ein Rückgrat der Wirtschaft.

Sehenswürdigkeiten

  • Dorf und Kirche Sakitsu

    﨑津集落Sakitsu shūraku

    Fischerdorf an einer schmalen Bucht mit einer gotischen Kirche von 1934 an der Stelle, an der die Dorfbewohner einst christliche Bilder mit Füßen treten mussten (fumie); ihr Innenraum ist mit Tatami ausgelegt.

  • Ōe-Kirche

    大江天主堂Ōe Tenshudō

    Weiße Kirche im romanischen Stil von 1933 auf einem Hügel, erbaut vom französischen Priester Frédéric Louis Garnier.

  • Christliches Museum Amakusa

    天草キリシタン館Amakusa Kirishitan-kan

    Museum in Hondo mit dem Kampfbanner des Aufstands von 1637 und Kultgegenständen der verborgenen Christen.

  • Rosenkranz-Museum Amakusa

    天草ロザリオ館Amakusa Rozario-kan

    Kleines Museum bei Ōe mit einem nachgebauten geheimen Gebetsraum.

  • Dinosaurierinsel Goshoura

    御所浦Goshoura

    Insel im Yatsushiro-Meer mit Fossilienschichten aus der Kreidezeit und einem Fossilienmuseum.

  • Küste von Myōken-ura

    妙見浦Myōken-ura

    Steilklippen und Höhlen an der Westküste zum Ostchinesischen Meer.

Stadtviertel

  • Hondo

    本渡Hondo

    Geschäfts- und Verwaltungszentrum an der Meerenge gegenüber Kamishima.

  • Ushibuka

    牛深Ushibuka

    Fischerhafen an der Südspitze, Heimat des Haiya-Tanzes.

  • Itsuwa

    五和Itsuwa

    Nördlicher Stadtteil mit Booten zur Delfinbeobachtung und dem Flughafen.

  • Kawaura

    河浦Kawaura

    Südwestlicher Stadtteil mit Sakitsu und dem Ort des einstigen Jesuitenkollegs.

Geschichte

Ab 1566 wirkten portugiesische Missionare in Amakusa; die örtlichen Herren, Vasallen des christlichen Konishi Yukinaga, traten mit einem Großteil der Bevölkerung über. 1591 zog das Jesuitenkolleg nach Amakusa, wo eine Druckerei romanisierte Ausgaben etwa der „Geschichte der Heike“ und der Fabeln Äsops herstellte. Nach Konishis Sturz fielen die Inseln an Terasawa, den Herrn von Karatsu, dessen hohe Abgaben und Verfolgungen 1637 zum Aufstand beitrugen. Danach stellte das Shogunat Amakusa unter direkte Verwaltung eines Statthalters. 1805 wurden in mehreren Dörfern rund 5.000 verborgene Christen entdeckt – der sogenannte Amakusa kuzure –, doch die meisten kamen nach einer rein formalen Abschwörung frei. 1966 verbanden die Fünf Brücken von Amakusa die Inseln mit dem Festland.

  1. 1566

    Der Jesuit Luís de Almeida beginnt mit der Mission auf Amakusa.

  2. 1591

    Das Jesuitenkolleg zieht nach Amakusa; es folgt die Amakusa-Druckerei.

  3. 1637–1638

    Inselbewohner schließen sich unter Amakusa Shirō dem Shimabara-Aufstand an.

  4. 1641

    Amakusa kommt unter direkte Verwaltung des Shogunats.

  5. 1805

    Amakusa kuzure: Rund 5.000 verborgene Christen werden entdeckt.

  6. 1933–1934

    Bau der Ōe-Kirche und der Kirche von Sakitsu.

  7. 1966

    Die Fünf Brücken von Amakusa verbinden die Inseln mit dem Festland Kyushus.

  8. 2006

    Hondo und sieben Gemeinden schließen sich zur Stadt Amakusa zusammen.

  9. 2018

    Das Dorf Sakitsu wird als Teil der Stätten der verborgenen Christen Welterbe.

Kultur

Amakusa verbindet Fischereikultur mit einem christlichen Erbe, das in Kirchen, Museen und Bräuchen sichtbar bleibt. Der Südhafen Ushibuka gab den Haiya-Tanzliedern ihren Namen, die Seeleute in Häfen ganz Japans trugen.

Feste

  • Haiya-Fest von Ushibuka

    牛深ハイヤ祭りUshibuka Haiya Matsuri

    Frühjahrsfest, bei dem Tausende im lebhaften Haiya-Rhythmus durch Ushibuka tanzen.

  • Weihnachten an den Kirchen

    Im Dezember werden die Kirchen von Sakitsu und Ōe sowie die Stadt Hondo festlich beleuchtet.

Essen

  • Kuruma-Garnelen

    車えびkuruma ebi

    Gestreifte Garnelen aus der Zucht auf Amakusa, roh, gegrillt oder als Tempura.

  • Seeigel

    うにuni

    Seeigel aus den eigenen Gewässern, im Frühjahr und Frühsommer auf Reis gegessen.

  • Amakusa daiō

    天草大王Amakusa daiō

    Wiederbelebte Rasse sehr großer Hühner, als Sashimi, gegrillt oder im Eintopf.

Unterwegs vor Ort

  • Auf der Straße erreicht man die Inseln von Uto und Misumi über die Fünf Brücken von Amakusa und Kamishima, von Kumamoto aus in rund zwei Stunden.
  • Der Flughafen Amakusa wird von einer kleinen Regionalfluggesellschaft mit Flügen nach Fukuoka und Kumamoto bedient.
  • Fähren verkehren von Oniike nach Kuchinotsu auf der Halbinsel Shimabara und von Ushibuka nach Süden in die Präfektur Kagoshima; Ausflugsboote verbinden Misumi und Hondo.
  • Busse verbinden Hondo mit Sakitsu, Ōe und Ushibuka, doch für die Inseln ist ein Auto am praktischsten.

Ausflüge

  • Westhafen Misumi

    三角西港Misumi Nishikō

    Steinerner Meiji-Hafen auf dem Weg nach Amakusa, Teil des Welterbes der industriellen Revolution der Meiji-Zeit.

  • Halbinsel Shimabara

    Burgstadt, Vulkan Unzen und Ruine der Burg Hara jenseits der Meerenge, per Fähre ab Oniike.

  • Nationalpark Unzen-Amakusa

    Der Park umfasst die Küsten und Inseln Amakusas und den Vulkan Unzen.

  • Kumamoto

    Die Präfekturhauptstadt, rund zwei Autostunden entfernt.

Weitere Städte der Präfektur

Häufige Fragen

Welcher Teil Amakusas ist Welterbe?

Das Fischerdorf Sakitsu im Südwesten, wo verborgene Christen ihren Glauben bewahrten; es gehört zu den 2018 eingetragenen Stätten der verborgenen Christen in der Region Nagasaki.

Kann man in Amakusa Delfine sehen?

Ja. Vor der Nordküste lebt eine standorttreue Gruppe Großer Tümmler; Boote ab Itsuwa fahren zu ihnen hinaus.

Wer war Amakusa Shirō?

Ein charismatischer christlicher Jugendlicher, wohl etwa sechzehn Jahre alt, der zur Leitfigur des Aufstands von Shimabara und Amakusa 1637/38 wurde und beim Fall der Burg Hara starb.

Braucht man auf Amakusa ein Auto?

Es ist hilfreich. Zwischen den größeren Orten fahren Busse, doch Kirchen, Aussichtspunkte und Küstendörfer liegen weit verstreut.

Quellen

  1. 1.令和2年国勢調査 (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan
  2. 2.天草市ホームページ (öffnet in neuem Tab) — 天草市
  3. 3.Hidden Christian Sites in the Nagasaki Region (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre
  4. 4.雲仙天草国立公園 (öffnet in neuem Tab) — 環境省

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