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Japan

Wirtschaft

Schlüsselindustrien Japans

Von Toyota bis zum winzigen Bauteil: wo Japan weltweit führt

Japans Wirtschaft ruht auf einer starken industriellen Basis mit Automobilindustrie, elektronischen Bauteilen, Halbleiterausrüstung und -materialien, Werkzeugmaschinen, Robotik und Chemie an der Spitze, ergänzt durch große Dienstleistungs-, Finanz- und Content-Branchen. Viele japanische Firmen beherrschen weltweit Nischen für Präzisionsbauteile und Werkstoffe, von denen andere Industrien abhängen.

Japan stieg in der Meiji-Zeit mit Textilien, Schiffbau und Stahl zur Industriemacht auf und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit führend bei Autos, Unterhaltungselektronik und Maschinen. Auch wenn sein Anteil an der Unterhaltungselektronik gesunken ist und Produktion ins Ausland verlagert wurde, bleibt Japan eine der wichtigsten Industrienationen der Welt.

Seine Stärke liegt heute oft weniger im fertigen Konsumprodukt als in dem, was darin steckt: Bauteile, Präzisionsmaschinen und Hochleistungswerkstoffe für Fabriken in aller Welt. Dienstleistungen, Finanzen, Handel und Content-Industrien wie Spiele und Anime runden das Bild ab.

Automobilindustrie

Die Automobilindustrie ist Japans größter Industriezweig und wichtigster Exportbringer. Toyota, einer der größten Autohersteller der Welt, hat seinen Sitz in der Stadt Toyota in der Präfektur Aichi, im Zentrum eines dichten Zulieferclusters mit Firmen wie Denso und Aisin. Honda, Nissan, Suzuki, Mazda, Subaru, Mitsubishi Motors und die Lkw-Hersteller Isuzu und Hino vervollständigen die Branche.

Japanische Hersteller waren Vorreiter der schlanken Produktion und des Hybridantriebs und investieren in Batterieelektrofahrzeuge, Festkörperbatterien und Wasserstoff-Brennstoffzellen. Bei Motorrädern führen Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki den Weltmarkt an.

  • Toyota

    Sitz und Hauptwerke von Toyota in der Präfektur Aichi.

  • Hamamatsu

    Heimat von Suzuki, Yamaha und der frühen Honda-Geschichte.

  • Kaizen

    改善kaizen

    Kontinuierliche Verbesserung, ein Prinzip des Toyota-Produktionssystems.

Elektronik und Halbleiter

Unternehmen wie Sony, Panasonic und Hitachi begründeten die japanische Unterhaltungselektronik der Nachkriegszeit. Heute liegt die Stärke der Branche eher bei Bildsensoren, bei denen Sony weltweit führt, und bei elektronischen Bauteilen von Firmen wie Murata, TDK, Kyocera und Nidec, von denen viele in Kyoto sitzen.

In der Halbleiterindustrie beherrscht Japan Schlüsselstellen der Lieferkette: Ausrüster wie Tokyo Electron, Advantest und Lasertec sowie Materialhersteller wie Shin-Etsu Chemical und SUMCO für Siliziumwafer. Staatlich geförderte Projekte bauen die Chipfertigung wieder auf, darunter TSMCs Gemeinschaftsunternehmen JASM in der Präfektur Kumamoto und Rapidus, das in Chitose auf Hokkaido eine Spitzenfertigung aufbaut.

  • Kyoto

    Sitz von Kyocera, Murata, Nidec, Omron, Shimadzu und Nintendo.

  • Präfektur Kumamoto

    Halbleitercluster rund um das JASM-Werk.

  • Hokkaido

    Chipfabrik von Rapidus in Chitose.

Maschinenbau und Robotik

Japan gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Werkzeugmaschinen und Industrierobotern. Fanuc, Yaskawa Electric, Kawasaki Heavy Industries und Denso führen in der Robotik, Makino, Okuma, DMG Mori und Amada bei Werkzeugmaschinen, Komatsu und Kubota bei Bau- und Landmaschinen. Keyence und SMC sind Weltmarktführer bei Sensorik und Pneumatik für die Fabrikautomation.

Schwerindustriekonzerne wie Mitsubishi Heavy Industries, Kawasaki Heavy Industries und IHI bauen Kraftwerke, Schiffe, Flugzeugkomponenten und Schienenfahrzeuge.

Werkstoffe und Chemie

Japanische Firmen führen bei vielen Hochleistungswerkstoffen: Kohlenstofffaser (Toray, Teijin, Mitsubishi Chemical), Spezialglas (AGC), Fotolacke und hochreine Chemikalien für die Chipfertigung, Batteriematerialien und optische Folien. Nippon Steel ist einer der größten Stahlhersteller der Welt. Diese Werkstoffe sind für Verbraucher meist unsichtbar, für Flugzeuge, Autos, Smartphones und Chips aber unverzichtbar.

Pharma und Gesundheit

Takeda, Astellas, Daiichi Sankyo, Otsuka, Eisai und Chugai sind Japans größte Arzneimittelhersteller, mit Stärken in der Onkologie und bei Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten. Japan ist zudem ein bedeutender Markt und Produzent von Medizintechnik, Endoskopen und Diagnostikgeräten, mit Olympus, Terumo, Sysmex und Fujifilm unter den führenden Anbietern. Die alternde Bevölkerung treibt die Nachfrage nach Pflegeleistungen und Gesundheitstechnik.

Dienstleistungen, Finanzen und Content

Dienstleistungen tragen den größten Teil der Wirtschaftsleistung. Die allgemeinen Handelshäuser (Sōgō Shōsha) investieren weltweit in Rohstoffe, Infrastruktur und Konsumgeschäfte. Die drei Großbanken MUFG, Sumitomo Mitsui und Mizuho, die Telekommunikationskonzerne NTT, KDDI und SoftBank sowie Händler wie Fast Retailing (Uniqlo) und Seven & i gehören zu den größten Unternehmen.

Japans Content-Industrien, darunter Spiele (Nintendo, Sony Interactive Entertainment, Bandai Namco, Capcom), Anime und Manga, sind ein bedeutender Kulturexport. Der Inbound-Tourismus ist für die Regionalwirtschaft zu einer wichtigen Branche geworden.

  • Anime

    Japanische Animation als Industrie und Kulturexport.

  • Manga

    Comicverlage und Lizenzgeschäft.

Industrieregionen

Die Industrie konzentriert sich auf den pazifischen Gürtel von Tokio bis Nord-Kyushu. Die Region Chūkyō um Nagoya in der Präfektur Aichi mit Automobil- und Luftfahrtindustrie ist nach Produktionswert das größte Industriegebiet des Landes. Das Keihin-Gebiet mit Tokio, Kawasaki und Yokohama vereint Konzernzentralen, Forschung und Schwerindustrie, das Hanshin-Gebiet um Osaka und Kobe ist seit Langem ein Zentrum für Chemie, Elektronik und Handel. Nord-Kyushu mit den historischen Stahlwerken von Kitakyushu und modernen Autowerken ist ein weiterer Schwerpunkt.

  • Kawasaki

    Industriestadt im Keihin-Gebiet zwischen Tokio und Yokohama.

  • Kitakyushu

    Wiege der modernen japanischen Stahlindustrie mit dem 1901 in Betrieb genommenen Yawata-Werk.

  • Nagoya

    Zentrum der Industrieregion Chūkyō.

Häufige Fragen

Was ist Japans wichtigste Industrie?

Die Automobilindustrie mit Toyota im Zentrum ist der größte Industriezweig und Exportbringer. Elektronische Bauteile, Maschinenbau und Chemie sind weitere Säulen.

Ist Japan bei Halbleitern noch stark?

Ja, besonders bei Fertigungsanlagen und Materialien wie Siliziumwafern und Fotolacken sowie bei Bildsensoren. Die Chipproduktion wird mit staatlicher Unterstützung ausgebaut.

Wo ergänzen sich japanische und deutsche Industrie?

Beide sind stark in Automobilbau, Maschinenbau, Chemie und Medizintechnik und zugleich Wettbewerber, Zulieferer und Kunden; Gemeinschaftsunternehmen wie DMG Mori zeigen die enge Verflechtung.

Wo konzentriert sich die japanische Industrie?

Entlang der Pazifikküste von Tokio über Nagoya und Osaka bis Nord-Kyushu; die Region Aichi ist das größte Industriegebiet.

Quellen

  1. 1.Ministry of Economy, Trade and Industry (öffnet in neuem Tab) — METI
  2. 2.Invest Japan – Industries (öffnet in neuem Tab) — JETRO (Japan External Trade Organization)
  3. 3.Statistics Bureau of Japan – Statistical Handbook of Japan (öffnet in neuem Tab) — Statistics Bureau of Japan

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