Essen & Trinken
Sukiyaki und Shabu-shabu
すき焼き・しゃぶしゃぶすきやき・しゃぶしゃぶsukiyaki, shabushabuDünnes Rindfleisch, am Tisch auf zweierlei Art gegart
Sukiyaki und Shabu-shabu sind Gerichte aus hauchdünn geschnittenem Rindfleisch, das am Tisch gegart wird. Beim Sukiyaki gart es in süßer Sojasauce und wird in rohes Ei getaucht, beim Shabu-shabu schwenkt man es kurz durch köchelnde Brühe und tunkt es in Sesam- oder Ponzu-Sauce.
Über tausend Jahre lang war Fleisch von Vierbeinern in Japan unter buddhistischem Einfluss offiziell verpönt, auch wenn Wild unter verhüllenden Namen gegessen wurde. Als sich in den 1850er-Jahren die Häfen öffneten und in der Meiji-Zeit westliche Sitten Einzug hielten, wurde Rindfleisch zum Sinnbild der Moderne. Gyūnabe, Rindfleisch in einer Pfanne mit Miso oder Sojasauce geschmort, war das Modegericht in Yokohama und Tokio – daraus entwickelte sich Sukiyaki.
Shabu-shabu ist deutlich jünger. Es entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus einem chinesischen Hammelfleisch-Feuertopf; einem Osakaer Restaurant wird zugeschrieben, ihm in den 1950er-Jahren den Namen gegeben zu haben – lautmalerisch nach dem Geräusch des Fleisches, das durch die Brühe geschwenkt wird. Beide Gerichte gehören heute zu Festen, Familientreffen und Bewirtungen und sind ein Schaufenster für hochwertiges Wagyū.
Sukiyaki
Sukiyaki gart in einer flachen gusseisernen Pfanne auf dem Tisch. Es gibt zwei regionale Methoden. Im Kantō-Stil köcheln die Zutaten in Warishita, einer fertig gemischten Sauce aus Sojasauce, Mirin, Zucker und Sake oder Dashi. Im Kansai-Stil lässt man zunächst Rinderfett in der Pfanne aus, brät das Fleisch an und gibt Zucker und Sojasauce direkt dazu, erst dann folgt das Gemüse.
Neben Rindfleisch gehören gegrillter Tofu (Yaki-dōfu), Lauchzwiebel, Shungiku (Speisechrysantheme), Shiitake, Shirataki-Nudeln und mitunter Weizengluten (Fu) dazu. Jeder Bissen wird in verquirltes rohes Ei getaucht, das die kräftige Süße mildert und kühlt. Zum Schluss kommen oft Udon in die verbliebene Sauce.
Warishita
割下warishitaDie fertig gemischte Sukiyaki-Sauce des Kantō-Stils.
- 牛鍋gyūnabe
Rindfleischtopf der Meiji-Zeit, Vorläufer des Sukiyaki; in Yokohama bis heute serviert.
Shirataki
しらたきshiratakiDurchscheinende Nudeln aus Konnyaku (Teufelszunge).
Shungiku
春菊shungikuSpeisechrysantheme mit leicht bitterem Aroma.
Shabu-shabu
Shabu-shabu gart in einem Topf mit mild gewürzter Brühe, oft nur Wasser mit Kombu. Jeder nimmt eine Fleischscheibe mit den Stäbchen, schwenkt sie einige Sekunden durch die siedende Brühe, bis sie die Farbe wechselt, und tunkt sie in Sauce. Gemüse, Tofu und Pilze garen in derselben Brühe, die dadurch allmählich gehaltvoller wird; zum Schluss würzt man sie nach und isst sie mit Reis oder Nudeln.
Verwendet werden sehr dünne Scheiben, meist von marmoriertem Rind; zu Hause ist Schweinefleisch mindestens ebenso üblich. Varianten gibt es mit Ente, Gelbschwanzmakrele (Buri-shabu) oder Oktopus.
Goma-dare
胡麻だれgoma-dareCremige Sesamsauce, meist für das Fleisch.
- ポン酢ponzu
Zitrus-Sojasauce, meist für Gemüse und Tofu.
- ぶりしゃぶburi shabu
Shabu-shabu mit Gelbschwanzmakrele, eine Winterspezialität der Japanmeerküste, namentlich Toyamas.
Butashabu
豚しゃぶbutashabuSchweinefleisch-Shabu-shabu, zu Hause verbreitet und im Sommer auch kalt als Salat.
Rindfleisch und Wagyū
Beide Gerichte sind eine klassische Art, hochwertiges Rindfleisch zu genießen. Metzger und Supermärkte verkaufen eigens geschnittenes Fleisch: etwas dicker für Sukiyaki, hauchdünn für Shabu-shabu. Besonders geschätzt sind stark marmorierte Stücke von Wagyū-Rassen wie Hochrippe und Roastbeef, weil ihr Fett schon bei niedriger Temperatur schmilzt.
Bekannte Rindfleischregionen wie Matsusaka in Mie, Kobe in Hyōgo und Ōmi in Shiga sind eng mit Sukiyaki verbunden, und viele alteingesessene Sukiyaki-Häuser reichen in die Meiji-Zeit zurück.
- 松阪牛Matsusaka-ushi
Premium-Wagyū aus der Gegend von Matsusaka in der Präfektur Mie.
- 近江牛Ōmi-ushi
Wagyū aus der Präfektur Shiga, eine der ältesten Rindfleischmarken Japans.
- 神戸ビーフKōbe bīfu
Zertifiziertes Rindfleisch der Tajima-Linie aus der Präfektur Hyōgo.
Bei Tisch
Im Restaurant gart oft eine Servicekraft die erste Portion Sukiyaki und zeigt dabei die Methode, danach machen die Gäste selbst weiter. Zu Hause kümmert sich meist eine Person um den Topf, legt nach und regelt die Hitze. Für rohes Fleisch werden mitunter eigene Vorlegestäbchen benutzt.
Beim Shabu-shabu gart man das Fleisch am besten Scheibe für Scheibe und isst es sofort, statt es im Topf liegen zu lassen. Wer den Schaum (Aku) abschöpft, hält die Brühe klar.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Sukiyaki und Shabu-shabu?
Sukiyaki gart in süßer Soja-Sauce und wird in rohes Ei getaucht; Shabu-shabu gart kurz in schlichter Brühe und wird in Sesam- oder Ponzu-Sauce getunkt. Sukiyaki schmeckt kräftig-süß, Shabu-shabu leicht.
Ist das rohe Ei beim Sukiyaki unbedenklich?
In Japan verkaufte Eier werden für den Rohverzehr erzeugt und entsprechend datiert; rohes Ei zum Sukiyaki ist üblich. Wer möchte, kann das Ei weglassen.
Ist Shabu-shabu dasselbe wie chinesischer Feuertopf oder Fondue chinoise?
Das Prinzip ist verwandt, und Shabu-shabu geht tatsächlich auf einen chinesischen Feuertopf zurück. Die Brühe ist aber sehr schlicht, das Fleisch hauchdünn, und gegessen wird mit Sesam- und Ponzu-Sauce.
Woher kommt der Name Sukiyaki?
Die Herkunft ist ungeklärt. Eine verbreitete Erklärung verweist auf Fleisch, das auf einem Spaten (Suki) gegrillt wurde, eine andere auf dünn geschnittenes (suki) Fleisch.
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Quellen
- 1.うちの郷土料理 (öffnet in neuem Tab) — 農林水産省 (Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries)
- 2.Japan National Tourism Organization – Official travel guide (öffnet in neuem Tab) — JNTO