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Pazifikkrieg
太平洋戦争たいへいようせんそうTaiheiyō sensōVom Krieg in China bis Hiroshima, Nagasaki und zur Kapitulation
Der Pazifikkrieg war der Krieg zwischen Japan und den Alliierten von Dezember 1941 bis August 1945, Teil des Zweiten Weltkriegs und Fortsetzung des 1937 begonnenen Krieges Japans gegen China. Er forderte in ganz Asien und im Pazifik ungeheure Opfer und endete nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki mit der Kapitulation Japans.
Der Krieg, den Japan von 1941 bis 1945 gegen die Vereinigten Staaten, das Britische Empire, die Niederlande und ihre Verbündeten führte, erwuchs aus dem Expansionskrieg in China. Er reichte von Hawaii bis Indien und von den Aleuten bis Australien und brachte japanische Besatzung über weite Teile Ost- und Südostasiens. Zu seinen Opfern zählten Soldaten und Zivilisten vieler Nationen: Chinesen, Koreaner, Filipinos, Indonesier, Vietnamesen, Birmanen und andere in den besetzten Gebieten, alliierte Kriegsgefangene und die Menschen in Japan selbst, deren Städte im Bombenkrieg zerstört wurden.
Schon die Namen des Krieges sind aufschlussreich. Die Regierung nannte ihn damals „Großostasiatischer Krieg“ und stellte ihn als Befreiung Asiens vom westlichen Kolonialismus dar; die Besatzungsbehörden verboten diesen Begriff, und „Pazifikkrieg“ setzte sich durch. Viele Historiker sprechen heute vom „Asiatisch-Pazifischen Krieg“, um den Krieg in China einzuschließen, wo bis 1945 der größte Teil des japanischen Heeres kämpfte.
Der Weg in den Krieg
Japans Armee besetzte 1931 die Mandschurei, im Juli 1937 begann der umfassende Krieg gegen China. Die chinesischen Nationalisten und Kommunisten wurden nicht besiegt, und der Krieg erstarrte in einem kostspieligen Patt. Auf der Suche nach Rohstoffen, vor allem Öl, und um die Nachschubwege nach China abzuschneiden, rückte Japan 1940 in den Norden Französisch-Indochinas ein und unterzeichnete den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Nachdem japanische Truppen im Juli 1941 auch Süd-Indochina besetzt hatten, froren die USA, Großbritannien und die Niederlande japanische Guthaben ein und verhängten ein Ölembargo.
Verhandlungen in Washington scheiterten an der amerikanischen Forderung nach einem Rückzug Japans aus China. Am 1. Dezember 1941 billigte eine Kaiserliche Konferenz den Krieg. Japanische Trägerflugzeuge griffen am Morgen des 7. Dezember (Ortszeit Hawaii; in Japan 8. Dezember) die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor an, während andere Verbände in Britisch-Malaya landeten und die Philippinen, Guam und Hongkong angriffen.
Tōjō Hideki
東條英機Tōjō HidekiGeneral und Premierminister 1941–1944; vom Tokioter Tribunal verurteilt und 1948 hingerichtet.
Großostasiatische Wohlstandssphäre
大東亜共栄圏Dai Tōa kyōeikenPropagandabegriff für einen asiatischen Block unter japanischer Führung, der die Besatzung rechtfertigen sollte.
Eroberung und Wendepunkte
In den ersten sechs Monaten eroberte Japan Malaya und Singapur, das im Februar 1942 kapitulierte, die Philippinen, Niederländisch-Indien, Birma und viele Pazifikinseln. Die Wende kam im Juni 1942, als die US-Marine bei Midway vier japanische Flugzeugträger versenkte, und im langen Kampf um Guadalcanal (August 1942 – Februar 1943). Danach rückten amerikanische Streitkräfte durch den zentralen und südwestlichen Pazifik vor, während britische, indische und chinesische Truppen in Birma und China kämpften.
Der Fall Saipans im Juli 1944 brachte die japanischen Hauptinseln in die Reichweite amerikanischer Bomber und führte zu Tōjōs Rücktritt. Im Golf von Leyte wurde im Oktober 1944 die japanische Flotte weitgehend vernichtet, und die ersten organisierten Selbstmordangriffe mit Flugzeugen (tokkōtai, im Ausland als Kamikaze bekannt) wurden geflogen. Iwojima fiel im März 1945.
Schlacht um Midway
ミッドウェー海戦Middowē kaisenSeeschlacht im Juni 1942, in der Japan vier große Flugzeugträger verlor.
- 特攻隊tokkōtai
„Spezialangriffseinheiten“ aus Selbstmordpiloten; das Friedensmuseum Chiran in der Präfektur Kagoshima dokumentiert ihre Geschichte.
Besetztes Asien und Kriegsverbrechen
Die japanische Herrschaft in den besetzten Gebieten war hart. Zwar arbeiteten manche nationalistischen Führer anfangs in der Hoffnung auf Unabhängigkeit von den westlichen Kolonialmächten mit, doch die Besatzung brachte Requirierungen, Zwangsarbeit und gewaltsame Unterdrückung. Hunderttausende asiatische Arbeiter und Zehntausende alliierte Kriegsgefangene mussten die Birma-Siam-Eisenbahn bauen, wobei viele Tausende starben. Die Sterblichkeit unter Kriegsgefangenen in japanischem Gewahrsam lag weit über der in deutschem Gewahrsam im Westen. In China, Singapur, auf den Philippinen und anderswo kam es zu Massakern an Zivilisten, und in China betrieb die Einheit 731 Forschung zu biologischen Waffen und Menschenversuche an Gefangenen.
Frauen aus Korea, China, den Philippinen, Indonesien, den Niederlanden und anderen Ländern wurden in Militärbordelle gezwungen, die beschönigend „Troststationen“ hießen. Zahl und Ausmaß des Zwangs bei diesen „Trostfrauen“ sind umstritten, doch die japanische Regierung räumte 1993 in der Kōno-Erklärung ein, dass das Militär direkt oder indirekt beteiligt war und viele Frauen gegen ihren Willen rekrutiert wurden. Auch Koreaner und Chinesen wurden zur Arbeit in japanischen Bergwerken und Fabriken herangezogen. Diese Fragen stehen bis heute im Zentrum der Beziehungen Japans zu seinen Nachbarn.
Birma-Siam-Eisenbahn
泰緬鉄道Taimen tetsudō1942–1943 von Kriegsgefangenen und asiatischen Arbeitern unter brutalen Bedingungen gebaute Bahnstrecke.
Trostfrauen
慰安婦ianfuFrauen, die zur Prostitution für japanische Soldaten gezwungen wurden; Gegenstand der Kōno-Erklärung von 1993 und anhaltenden diplomatischen Streits.
Heimatfront und Bombenkrieg
Im Inneren bedeutete der Krieg totale Mobilmachung. Lebensmittel und Waren wurden rationiert, Schüler und Studenten in Fabriken geschickt, Frauen zur Arbeit verpflichtet, und ab 1944 wurden Schulkinder aus den Städten evakuiert. Zensur und Polizei unterdrückten jeden Widerspruch. Ab Ende 1944 griffen amerikanische B-29-Bomber japanische Städte mit Brandbomben an. Der Angriff auf Tokio in der Nacht vom 9. auf den 10. März 1945 tötete rund 100.000 Menschen, und mehr als sechzig Städte brannten weitgehend nieder.
Die Schlacht um Okinawa
Vom 1. April bis Ende Juni 1945 kämpften amerikanische Truppen um Okinawa – die einzige große Landschlacht auf japanischem Staatsgebiet. Mehr als 200.000 Menschen starben, darunter etwa 94.000 okinawanische Zivilisten und viele in japanische Einheiten eingezogene Okinawaner – etwa ein Viertel der Bevölkerung der Präfektur. Zivilisten gerieten zwischen die Fronten, suchten Schutz in Höhlen und starben mancherorts in Massenselbstmorden; die Rolle des japanischen Militärs dabei war Gegenstand von Gerichtsverfahren und Schulbuchstreitigkeiten. Der Gedenktag von Okinawa am 23. Juni erinnert an das Ende der organisierten Kämpfe; der „Eckstein des Friedens“ in Itoman verzeichnet die Namen aller Toten, gleich welcher Nationalität.
- 沖縄平和祈念公園Okinawa heiwa kinen kōen
Gedenkpark in Mabuni (Itoman) mit dem Eckstein des Friedens und dem Friedensmuseum der Präfektur.
- ひめゆり平和祈念資料館Himeyuri heiwa kinen shiryōkan
Museum in Itoman zum Gedenken an die als Krankenschwestern eingesetzten Schülerinnen und Lehrer, von denen die meisten in der Schlacht starben.
Hiroshima, Nagasaki und Kapitulation
Am 26. Juli 1945 forderten die Alliierten in der Potsdamer Erklärung die bedingungslose Kapitulation Japans. Die japanische Regierung nahm sie nicht an. Am 6. August um 8:15 Uhr warf ein amerikanischer B-29-Bomber eine Atombombe auf Hiroshima; am 9. August um 11:02 Uhr zerstörte eine zweite Bombe weite Teile Nagasakis. Bis Ende 1945 starben in Hiroshima schätzungsweise 140.000 Menschen, in Nagasaki rund 74.000, viele an Verbrennungen und Strahlenschäden; die Überlebenden (hibakusha), darunter viele in Japan lebende Koreaner, litten dauerhaft unter Krankheit und Diskriminierung. Am 9. August erklärte die Sowjetunion den Krieg und marschierte in die Mandschurei ein.
Auf einer Kaiserlichen Konferenz in der Nacht vom 9. auf den 10. August sprach sich Kaiser Shōwa bei gespaltenem Kabinett für die Annahme der Potsdamer Bedingungen aus. Seine aufgezeichnete Ansprache zum Kriegsende wurde am 15. August 1945 gesendet. Die Kapitulationsurkunde wurde am 2. September an Bord der USS Missouri in der Bucht von Tokio unterzeichnet. Ob die Atombomben zur Beendigung des Krieges nötig waren und welches Gewicht Bomben und sowjetischer Kriegseintritt bei Japans Entscheidung hatten, ist in der Forschung weiterhin umstritten.
- 原爆ドームGenbaku Dōmu
Ruine nahe dem Hypozentrum in Hiroshima, als Mahnmal erhalten und seit 1996 Welterbe.
- 広島平和記念公園Hiroshima heiwa kinen kōen
Park mit Friedensmuseum und Kenotaph; jedes Jahr am 6. August findet hier eine Friedenszeremonie statt.
- 平和公園Heiwa kōen
Park nahe dem Hypozentrum in Nagasaki mit Friedensstatue und dem nahen Atombombenmuseum; Zeremonie jedes Jahr am 9. August.
Hibakusha
被爆者hibakushaÜberlebende der Atombombenabwürfe; ihr Verband Nihon Hidankyō erhielt 2024 den Friedensnobelpreis.
Folgen und Erinnerung
Japan verlor rund 3,1 Millionen Menschen, darunter etwa 800.000 Zivilisten. Chinas Verluste im Krieg ab 1937 werden auf viele Millionen Tote und Verwundete geschätzt, und Millionen weitere starben in anderen Teilen Asiens. Nach der Kapitulation wurden mehr als sechs Millionen japanische Soldaten und Zivilisten aus Übersee zurückgeführt, während Hunderttausende in sowjetischen Arbeitslagern festgehalten wurden, wo Zehntausende starben. Das Tokioter Tribunal und andere alliierte Gerichte verurteilten japanische Führer und Tausende rangniedere Angeklagte wegen Kriegsverbrechen.
Die Erinnerung bleibt umstritten. Am 15. August findet in Anwesenheit des Kaisers die staatliche Gedenkfeier für die Kriegstoten statt. Offizielle Erklärungen, vor allem die Murayama-Erklärung von 1995, drückten Reue und Entschuldigung für Kolonialherrschaft und Aggression aus, während Besuche von Politikern im Yasukuni-Schrein, Schulbuchinhalte und die Fragen der „Trostfrauen“ und der Zwangsarbeit die Beziehungen zu China und den beiden Korea weiter belasten. Hiroshima und Nagasaki haben die Erinnerung an die Atombomben zu einem weltweiten Appell für die Abschaffung der Atomwaffen gemacht.
- 靖国神社Yasukuni Jinja
Schrein für Japans Kriegstote in Tokio, in dem 1978 auch verurteilte Kriegsverbrecher der Klasse A aufgenommen wurden.
- 村山談話Murayama danwa
Erklärung des Premierministers vom 15. August 1995 mit Ausdruck tiefer Reue und einer Entschuldigung.
Zeitleiste
1931
Die Kwantung-Armee besetzt die Mandschurei.
Juli 1937
Beginn des umfassenden Krieges mit China; im Dezember fällt Nanking.
September 1940
Japan rückt in Nord-Indochina ein und unterzeichnet den Dreimächtepakt.
Juli–August 1941
Japan besetzt Süd-Indochina; USA, Großbritannien und Niederlande verhängen ein Ölembargo.
7./8. Dezember 1941
Der Angriff auf Pearl Harbor und die Invasion Malayas eröffnen den Pazifikkrieg.
Februar 1942
Singapur kapituliert.
Juni 1942
Japanische Niederlage bei Midway.
Juli 1944
Fall Saipans; Tōjō tritt zurück.
9./10. März 1945
Brandbombenangriff auf Tokio.
April–Juni 1945
Schlacht um Okinawa.
6. und 9. August 1945
Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki; sowjetische Kriegserklärung.
15. August / 2. September 1945
Rundfunkansprache zur Kapitulation; Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde.
Häufige Fragen
Warum griff Japan Pearl Harbor an?
Nachdem die USA, Großbritannien und die Niederlande 1941 die Öllieferungen gestoppt hatten, entschied sich die japanische Führung, die Rohstoffe Südostasiens zu erobern, statt sich aus China zurückzuziehen, und griff die US-Pazifikflotte an, um deren Eingreifen zu verhindern.
Wie hängen Pazifikkrieg und Zweiter Weltkrieg zusammen?
Der Pazifikkrieg (1941–1945) ist der Teil des Zweiten Weltkriegs, den Japan und die Alliierten in Asien und im Pazifik austrugen. Japans Krieg gegen China hatte schon 1937 begonnen; viele Historiker sprechen daher vom Asiatisch-Pazifischen Krieg.
Wie viele Menschen starben in Hiroshima und Nagasaki?
Nach Schätzungen der Städte starben bis Ende 1945 in Hiroshima etwa 140.000 und in Nagasaki rund 74.000 Menschen. Viele weitere starben in späteren Jahren an Verletzungen und strahlenbedingten Krankheiten.
Wann kapitulierte Japan?
Die Ansprache des Kaisers zur Annahme der Potsdamer Erklärung wurde am 15. August 1945 gesendet; die förmliche Kapitulationsurkunde wurde am 2. September 1945 unterzeichnet – knapp vier Monate nach der deutschen Kapitulation.
Wo wird in Japan an den Krieg erinnert?
Die wichtigsten Orte sind Friedensmuseum und Friedenspark in Hiroshima, Atombombenmuseum und Friedenspark in Nagasaki sowie der Friedensgedenkpark von Okinawa in Mabuni.
Weiterlesen
Quellen
- 1.広島平和記念資料館 (öffnet in neuem Tab) — Hiroshima Peace Memorial Museum
- 2.長崎原爆資料館 (öffnet in neuem Tab) — Nagasaki Atomic Bomb Museum
- 3.沖縄県平和祈念資料館 (öffnet in neuem Tab) — Okinawa Prefectural Peace Memorial Museum
- 4.歴史問題Q&A (öffnet in neuem Tab) — 外務省 (Ministry of Foreign Affairs of Japan)
- 5.Hiroshima Peace Memorial (Genbaku Dome) (öffnet in neuem Tab) — UNESCO World Heritage Centre