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Japan

Essen & Trinken

Onigiri

おにぎりおにぎりonigiri

Von Hand gepresster Reis: Japans alltägliche Mahlzeit zum Mitnehmen

Onigiri, auch Omusubi genannt, sind von Hand gepresste Kugeln oder Dreiecke aus gekochtem Reis, meist gesalzen, oft gefüllt und in Nori-Algen gewickelt. Sie sind Japans verbreitetste Mahlzeit für unterwegs – zu Hause fürs Bentō gemacht und in jedem Konbini erhältlich.

Das Reisbällchen gehört zu den einfachsten und ältesten Formen japanischen Essens: Rundkornreis, klebrig genug, um in Form zu bleiben, wird zwischen angefeuchteten, gesalzenen Handflächen zu einem Dreieck, einer Kugel oder einem flachen Zylinder gepresst. Salz und eine saure oder salzige Füllung hielten ihn einen Arbeitstag oder eine Reise lang frisch – daher war er seit jeher Proviant von Bauern, Soldaten und Reisenden.

Heute isst man Onigiri zum schnellen Frühstück oder Mittagessen, packt sie ins Bentō, nimmt sie auf Ausflüge mit und kauft sie massenhaft in Convenience Stores und Spezialgeschäften. Die beiden Bezeichnungen sind weitgehend austauschbar; Omusubi hört man eher in Teilen Westjapans und in manchen Markennamen.

Form und Zubereitung

Frisch gekochter Reis wird so fest gepresst, dass er zusammenhält, innen aber locker bleibt. Man benetzt und salzt die Hände, legt die Füllung in die Mitte und formt den Reis mit wenigen kräftigen Griffen. Am häufigsten ist das Dreieck, besonders im Osten Japans; auch Kugel- und Tonnenform sind traditionell.

Nori wird entweder kurz vor dem Essen umgewickelt, damit es knusprig bleibt, oder schon vorher, sodass es weich wird und am Reis haftet. Onigiri aus dem Konbini stecken in einer Folie, die Alge und Reis bis zum Öffnen trennt.

  • Nori

    海苔nori

    Getrocknete Blätter aus Purpurtang, in die der Reis gewickelt wird.

  • Shio musubi

    塩むすびshio musubi

    Schlichtes Salz-Reisbällchen ohne Füllung – die Probe für guten Reis.

  • Yaki onigiri

    焼きおにぎりyaki onigiri

    Knusprig gegrilltes Reisbällchen, mit Sojasauce oder Miso bestrichen.

  • Mazegohan onigiri

    混ぜご飯おにぎりmazegohan onigiri

    Aus Reis, der mit Wakame, Shiso, Sesam oder gewürztem Gemüse vermischt ist.

Füllungen

Traditionelle Füllungen sind salzige oder saure Konserven, die den schlichten Reis ergänzen. Moderne Varianten reichen viel weiter, bis zu Mayonnaise-Mischungen und frittiertem Hähnchen. Im Laden steht die Füllung meist auf der Verpackung.

  • Umeboshi

    梅干しumeboshi

    Eingelegte Ume, die klassische Füllung, früher auch wegen ihrer konservierenden Wirkung geschätzt.

  • Shake

    鮭shake

    Gesalzener, gegrillter und zerpflückter Lachs.

  • Okaka

    おかかokaka

    Bonitoflocken, mit Sojasauce angefeuchtet.

  • Kombu

    昆布kombu

    In Sojasauce süß-salzig eingekochter Seetang (Tsukudani).

  • Tarako und Mentaiko

    たらこ・明太子tarako, mentaiko

    Gesalzener Seelachsrogen; Mentaiko ist die scharfe Variante aus Fukuoka.

  • Tuna mayo

    ツナマヨtsuna mayo

    Thunfisch aus der Dose mit Mayonnaise, eine der beliebtesten modernen Füllungen.

Regionale Varianten

Viele Regionen haben eigene Reisbällchen, vom großen, ganz in Nori gehüllten Bakudan-Onigiri („Bombe“) bis zu Varianten mit örtlichem Eingelegtem. Manche werden statt in Nori in Blätter gewickelt.

  • Tenmusu

    天むすtenmusu

    Kleines Reisbällchen mit Garnelen-Tempura, eine Spezialität aus Nagoya.

  • Meharizushi

    めはり寿司meharizushi

    Großes Reisbällchen in eingelegten Takana-Senfblättern aus der Kumano-Gegend der Kii-Halbinsel.

  • Pork tamago onigiri

    ポーク玉子おにぎりpōku tamago onigiri

    Eine Scheibe Frühstücksfleisch aus der Dose und Omelett in Reis und Nori – ein Alltagsklassiker auf Okinawa.

  • Sansai onigiri

    山菜おにぎりsansai onigiri

    Reis mit gesammeltem Berggemüse, verbreitet in den Bergregionen des Nordens und des Binnenlands.

Geschichte

1987 fanden Archäologen an der Fundstelle Sugitani Chanobatake in Nakanoto (Präfektur Ishikawa) einen verkohlten Reisklumpen aus der Yayoi-Zeit, rund 2.000 Jahre alt, der als ältestes Reisbällchen Japans gilt – womöglich eine Opfergabe und keine Speise. In der Heian-Zeit wurden bei Festen am Hof gepresste Reisbällchen namens Tonjiki verteilt, seit dem Mittelalter dienten Reisbällchen als Feldverpflegung.

Das Umwickeln mit Nori setzte sich in der Edo-Zeit durch, als in der Bucht von Edo die Nori-Zucht aufkam. Das moderne Konbini-Onigiri mit seiner Trennfolie machte das Reisbällchen zu einem der meistverkauften Fertiggerichte Japans. Nakanoto begeht den 18. Juni als Onigiri-Tag.

Onigiri essen

Onigiri isst man mit den Händen, auch in Gesellschaft, und ohne Sauce. Auf der Verpackung von Konbini-Onigiri ist die Öffnungsreihenfolge aufgedruckt: erst die Lasche in der Mitte nach unten ziehen, dann die beiden Seiten nach außen, sodass sich das Nori von selbst um den Reis legt.

Selbstgemachte Onigiri stehen für Fürsorge und Familie. Reisbällchen, die Eltern für Schulausflüge oder Sportfeste formen, und solche, die nach Katastrophen verteilt werden, haben eine emotionale Bedeutung weit über ihre Schlichtheit hinaus.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Onigiri und Omusubi?

Es ist dasselbe Gericht. Onigiri ist das verbreitetere Wort; Omusubi sagen manche Regionen, Geschäfte und Familien, und einige verbinden es mit der Dreiecksform.

Ist Onigiri eine Art Sushi?

Nein. Sushireis wird mit Essig gewürzt, für Onigiri nimmt man schlichten, gesalzenen Reis. Einige regionale Reisbällchen heißen aus historischen Gründen trotzdem Sushi.

Kann man Onigiri selbst machen?

Ja, mit japanischem Rundkornreis (im Handel oft als Sushireis verkauft) gelingt es gut. Wichtig sind frisch gekochter, noch warmer Reis, nasse, gesalzene Hände und festes, aber nicht zu starkes Pressen.

Welche Onigiri sind vegetarisch?

Salz-, Umeboshi- und Kombu-Onigiri enthalten meist kein Fleisch, doch Kombu und viele gewürzte Reismischungen können Bonito-Würze enthalten. Bei strenger Ernährung hilft nur der Blick aufs Etikett.

Quellen

  1. 1.6月18日はおにぎりの日です。 (öffnet in neuem Tab) — 中能登町 (Nakanoto Town)
  2. 2.うちの郷土料理 (öffnet in neuem Tab) — 農林水産省 (Ministry of Agriculture, Forestry and Fisheries)
  3. 3.Japan National Tourism Organization – Official travel guide (öffnet in neuem Tab) — JNTO

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