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Japan

Künste

Videospiele

テレビゲームてれびげーむterebi gēmu

Von der Spielhalle bis zur Konsole im Wohnzimmer

Japan hat das Videospiel als globales Medium geprägt: Space Invaders, Pac-Man, Super Mario, Zelda, Pokémon, Final Fantasy und die PlayStation stammen von japanischen Unternehmen. Nintendo, Sony, Sega, Capcom, Square Enix, Bandai Namco und Konami gehören bis heute zu den führenden Namen der Branche.

Japans Spieleindustrie ging aus Spielwaren, Unterhaltungsautomaten und Elektronik hervor. In den 1970er-Jahren wandten sich Hersteller von Münzautomaten dem Videospiel zu: Taitos Space Invaders (1978) löste einen Boom in den japanischen Spielhallen aus, Namcos Pac-Man (1980) wurde zur weltweiten Ikone. 1983 brachte Nintendo den Family Computer (Famicom) heraus, der als Nintendo Entertainment System den nach dem Crash von 1983 eingebrochenen amerikanischen Konsolenmarkt wiederbelebte.

Von der Mitte der 1980er- bis Anfang der 2000er-Jahre beherrschten japanische Unternehmen Hardware wie Software. Ihre Spiele schufen weltweit bekannte Figuren, begründeten Genres wie das Jump 'n' Run, das japanische Rollenspiel, das Kampfspiel und den Survival-Horror und machten Spieledesigner und Komponisten bekannt. In Japan sind Spiele tief im Alltag verankert – von Spielhallen über Handhelds in Pendlerzügen bis zu Handyspielen.

Nintendo

Nintendo wurde 1889 von Yamauchi Fusajirō in Kyoto als Hersteller von Hanafuda-Spielkarten gegründet. Das Unternehmen wandte sich Spielzeug und dann elektronischen Spielen zu; Miyamoto Shigerus Donkey Kong (1981) führte die Figur ein, die später Mario hieß. Super Mario Bros. (1985) und The Legend of Zelda (1986) setzten Maßstäbe im Spieldesign, der Game Boy (1989) machte Handheld-Spiele zur Massenunterhaltung, und Pokémon (1996), entwickelt von Game Freak, wuchs zu einem der größten Medien-Franchises der Welt.

Nintendos Strategie neuer Spielweisen – die zwei Bildschirme des DS (2004), die Bewegungssteuerung der Wii (2006) und die Hybridkonsole Switch (2017), 2025 abgelöst von der Switch 2 – erweiterte das Publikum weit über klassische Spieler hinaus. 2024 eröffnete in Uji südlich von Kyoto das Nintendo Museum, in einer früheren Fabrik, in der Hanafuda und Spielkarten hergestellt wurden.

  • Super Mario

    スーパーマリオSūpā Mario

    Nintendos Maskottchen, erdacht von Miyamoto Shigeru; Super Mario Bros. erschien 1985.

  • Pokemon

    ポケモンPokemon

    Pocket Monsters, 1996 für den Game Boy erschienen, gefolgt von Sammelkarten, Anime und Filmen.

  • Nintendo Museum

    ニンテンドーミュージアムNintendō Myūjiamu

    Museum zur Geschichte Nintendos in Uji, Präfektur Kyoto, 2024 eröffnet.

Sony und Sega

Sony stieg im Dezember 1994 mit der PlayStation in den Markt ein und gewann mit CDs und 3D-Grafik ältere Spieler und Drittentwickler. Die PlayStation 2 (2000) wurde zur meistverkauften Heimkonsole aller Zeiten, weitere Generationen folgten. Sony Interactive Entertainment verlegte seinen Hauptsitz 2016 nach Kalifornien; viele Studios arbeiten weiterhin in Japan.

Sega, bekannt für seine Spielhallenautomaten, lieferte sich in den späten 1980er- und 1990er-Jahren mit dem Mega Drive (1988) und dem flinken Maskottchen Sonic the Hedgehog (1991) den „Konsolenkrieg“ mit Nintendo. Nach dem Dreamcast (1998) zog sich Sega 2001 aus dem Konsolengeschäft zurück und wurde reiner Spieleanbieter; 2004 fusionierte es mit dem Pachinko-Hersteller Sammy.

  • PlayStation

    プレイステーションPureisutēshon

    Sonys Konsolenreihe seit 1994.

  • Sonic the Hedgehog

    ソニック・ザ・ヘッジホッグSonikku za Hejjihoggu

    Segas Maskottchen seit 1991.

Verlage und Genres

Capcom aus Osaka schuf Street Fighter II (1991), das den Kampfspielboom in den Spielhallen auslöste, Resident Evil (in Japan Biohazard, 1996), das den Survival-Horror definierte, und die kooperative Jagdreihe Monster Hunter. Enix' Dragon Quest (1986) und Squares Final Fantasy (1987) prägten das japanische Rollenspiel; 2003 fusionierten beide Firmen zu Square Enix. Konami (Metal Gear, Silent Hill, Castlevania) und Bandai Namco, 2005 aus dem Spielzeughersteller Bandai und dem Spieleproduzenten Namco (Pac-Man, Tekken) entstanden, sind weitere große Namen.

Viele Entwickler wurden namentlich bekannt, darunter Miyamoto Shigeru, Kojima Hideo (Metal Gear), Sakaguchi Hironobu (Final Fantasy) und Horii Yūji (Dragon Quest), ebenso Komponisten wie Kondō Kōji (Mario, Zelda), Sugiyama Kōichi (Dragon Quest) und Uematsu Nobuo (Final Fantasy), deren Spielemusik heute Konzertsäle füllt – auch in Europa.

  • Capcom

    カプコンKapukon

    Verlag aus Osaka: Street Fighter, Resident Evil, Monster Hunter.

  • Dragon Quest

    ドラゴンクエストDoragon Kuesuto

    Rollenspielreihe seit 1986, entworfen von Horii Yūji, gezeichnet von Toriyama Akira.

  • Final Fantasy

    ファイナルファンタジーFainaru Fantajī

    Rollenspielreihe seit 1987, heute bei Square Enix.

  • Metal Gear

    メタルギアMetaru Gia

    Konamis Stealth-Action-Reihe von Kojima Hideo, erstmals 1987 erschienen.

Spiele in der japanischen Kultur

Spielhallen (Gēsen) mit Greifautomaten, Rhythmusspielen, Fotoautomaten und Kampfspiel-Kabinetten gibt es nach wie vor rund um Bahnhöfe und in Vierteln wie Akihabara. Spiele sind eng mit Manga, Anime, Spielzeug und Musik verflochten, und Reihen wie Pokémon oder Dragon Quest gehören über Generationen zur gemeinsamen Kindheitserinnerung. Seit den 2010er-Jahren sind Handyspiele das größte Segment des heimischen Marktes.

Die jährliche Tokyo Game Show in der Makuhari Messe (Präfektur Chiba) zählt zu den größten Spielemessen der Welt – neben der Gamescom in Köln. Spielemusik, Pixelkunst und Spieldesign werden zunehmend als Kulturerbe behandelt; Archive und universitäre Forschungszentren sammeln frühe Spiele und Hardware.

  • Spielhalle

    ゲームセンターgēmu sentā

    Oft mehrstöckige Spielhallen mit Greifautomaten, Rhythmusspielen und Purikura-Fotokabinen.

  • Tokyo Game Show

    東京ゲームショウTōkyō Gēmu Shō

    Von CESA seit 1996 veranstaltete Spielemesse, seit 1997 in der Makuhari Messe in Chiba.

Zeitleiste

  1. 1889

    Gründung von Nintendo in Kyoto als Hersteller von Hanafuda-Karten.

  2. 1978

    Taitos Space Invaders löst den Spielhallenboom aus.

  3. 1983

    Nintendo bringt in Japan den Famicom heraus.

  4. 1986

    Dragon Quest und The Legend of Zelda erscheinen.

  5. 1994

    Sony bringt die PlayStation auf den Markt.

  6. 1996

    Pokémon Rot und Grün erscheinen; erste Tokyo Game Show.

  7. 2001

    Sega steigt aus dem Konsolengeschäft aus.

  8. 2017

    Nintendo bringt die Switch heraus.

Häufige Fragen

Warum ist Japan für Videospiele so wichtig?

Japanische Unternehmen schufen viele prägende Spiele und Figuren des Mediums, beherrschten ab Mitte der 1980er-Jahre den Konsolenmarkt und begründeten Genres wie Jump 'n' Run, japanisches Rollenspiel und Kampfspiel.

War Nintendo schon immer ein Videospielunternehmen?

Nein. Nintendo wurde 1889 in Kyoto als Hersteller von Hanafuda-Spielkarten gegründet, produzierte später Spielzeug und wandte sich in den 1970er-Jahren elektronischen Spielen zu.

Wo erlebt man in Japan Spielekultur?

In Akihabara (Tokio) und Den Den Town (Osaka) gibt es Spielhallen und Retro-Spieleläden, Nintendo- und Pokémon-Center-Läden in den Großstädten und das Nintendo Museum in Uji bei Kyoto.

Hießen die Konsolen in Europa anders?

Teilweise: Der Famicom erschien in Europa als Nintendo Entertainment System (NES), der Mega Drive behielt in Europa seinen japanischen Namen, während er in Nordamerika Genesis hieß.

Quellen

  1. 1.任天堂 (öffnet in neuem Tab) — Nintendo Co., Ltd.
  2. 2.Sony Interactive Entertainment (öffnet in neuem Tab) — Sony Interactive Entertainment
  3. 3.セガサミーホールディングス (öffnet in neuem Tab) — Sega Sammy Holdings
  4. 4.カプコン (öffnet in neuem Tab) — Capcom Co., Ltd.
  5. 5.スクウェア・エニックス・ホールディングス (öffnet in neuem Tab) — Square Enix Holdings
  6. 6.コンピュータエンターテインメント協会 (öffnet in neuem Tab) — Computer Entertainment Supplier's Association (CESA)

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