Zum Inhalt springen
Japan

Reisen

Nahverkehr in Tokio

東京の交通とうきょうのこうつうTōkyō no kōtsū

Eines der dichtesten Bahnnetze der Welt – einfach erklärt

Das Tokioter Bahnnetz teilen sich mehrere Betreiber: JR East mit der Ringlinie Yamanote, die neun Linien der Tokyo Metro und vier Linien der Toei-U-Bahn sowie Privatbahnen ins Umland. Eine einzige IC-Karte wie Suica oder PASMO gilt überall, Schilder und Ansagen gibt es auch auf Englisch.

Regeln und Verfahren ändern sich. Diese Seite fasst die offizielle Lage zum Zeitpunkt der letzten Prüfung zusammen; vor der Reise immer bei der offiziellen Stelle nachprüfen.

Der Großraum Tokio befördert täglich zig Millionen Fahrgäste auf mehr als hundert Linien. Für Reisende ist das weniger einschüchternd, als es klingt: Die Linien haben Farben und Buchstaben, jeder Bahnhof eine Nummer, Ansagen und Schilder sind japanisch und englisch, und eine einzige IC-Karte bezahlt fast alles.

Entscheidend ist zu verstehen, dass sich mehrere Unternehmen das Netz teilen. JR, U-Bahnen und Privatbahnen haben an manchen Umsteigepunkten getrennte Sperren, doch IC-Karten buchen den richtigen Fahrpreis automatisch ab, und viele Züge wechseln im Durchlauf von einem Betreiber auf die Gleise des anderen.

JR East und die Yamanote-Linie

Das Netz von JR East ist das Rückgrat des Tokioter Zentrums. Die Yamanote-Linie umrundet die Innenstadt und verbindet Tokyo Station, Shinagawa, Shibuya, Shinjuku, Ikebukuro und Ueno; eine volle Runde dauert etwa eine Stunde. Die orangefarbene Chuo-Linie durchquert den Ring von Tokyo Station nach Shinjuku und fährt weiter nach Westen, die Keihin-Tohoku-Linie verläuft parallel zur Ostseite des Rings Richtung Yokohama und Saitama.

JR-Linien sind im Japan Rail Pass enthalten. Auch die Tokyo Monorail nach Haneda gehört zur JR-Gruppe, und von Tokyo Station, Ueno und Shinagawa fahren Shinkansen in alle Landesteile.

  • Yamanote-Linie

    山手線Yamanote-sen

    Die hellgrüne Ringlinie zwischen den großen Knotenpunkten.

  • Chuo-Linie

    中央線Chūō-sen

    Orangefarbene Schnellbahn von Tokyo Station über Shinjuku in den Westen Tokios.

  • Japan Rail Pass

    Gilt in Tokio auf JR-Linien, nicht in den U-Bahnen.

Tokyo Metro und Toei-U-Bahn

Zwei Betreiber teilen sich die Tokioter U-Bahn. Tokyo Metro hat neun Linien, darunter die 1927 eröffnete Ginza-Linie, die erste U-Bahn Asiens, und die Marunouchi-Linie, deren rote Züge Tokyo Station, Ginza und Shinjuku bedienen. Das Toei-Netz der Präfekturverwaltung ergänzt vier Linien, etwa die Oedo-Linie, die als Schleife tief unter der Stadt verläuft, und die Asakusa-Linie, die auf die Keisei- und Keikyu-Bahnen zu den Flughäfen Narita und Haneda übergeht.

Jede Linie hat eine Farbe und einen Buchstaben, die Bahnhöfe sind nummeriert – Hinweise wie „mit der Hibiya-Linie (H) nach Roppongi (H 04)“ sind so leicht nachzuvollziehen. Umstiege zwischen Metro und Toei sind häufig; IC-Karten berechnen den kombinierten Fahrpreis automatisch.

  • Ginza-Linie

    銀座線Ginza-sen

    Orangefarbene Linie von Asakusa über Ueno, Ginza und Omotesando nach Shibuya.

  • Oedo-Linie

    大江戸線Ōedo-sen

    Tiefliegende, schleifenförmige Toei-Linie über Shinjuku, Roppongi und Tsukiji.

  • Tokyo Subway Ticket

    Netzkarte für Reisende auf allen Metro- und Toei-Linien für 24, 48 oder 72 Stunden.

Privatbahnen

Privatbahnen führen von den JR-Knoten sternförmig ins Umland und zu beliebten Ausflugszielen. Die meisten gehen auf U-Bahn-Linien über, sodass ein Zug aus den Vororten unter anderem Namen quer durch die Innenstadt weiterfahren kann.

  • Odakyu

    Von Shinjuku nach Hakone (Romancecar) und Enoshima.

  • Tobu

    Von Asakusa nach Nikko und Kinugawa, von Ikebukuro nach Kawagoe.

  • Keio

    Von Shinjuku in den Westen Tokios und zum Takao-san.

  • Tokyu

    Von Shibuya in die südwestlichen Vororte und nach Yokohama.

  • Seibu

    Von Ikebukuro und Seibu-Shinjuku nach Kawagoe und Chichibu.

  • Keisei und Keikyu

    Flughafenbahnen nach Narita (ab Ueno und Nippori) und Haneda (ab Shinagawa).

  • Yurikamome

    Fahrerlose Bahn von Shimbashi über die Rainbow Bridge nach Odaiba.

IC-Karten und Fahrkarten

Suica (von JR East) und PASMO (von Privatbahnen und U-Bahnen) sind gegenseitig nutzbare Prepaid-IC-Karten: Man hält sie beim Betreten und Verlassen an das Lesegerät der Sperre, der Fahrpreis wird automatisch abgebucht. Sie funktionieren auch in Bussen, Convenience Stores, Automaten, vielen Geschäften und fast überall in Japan. Reisende nutzen Welcome Suica oder legen Suica oder PASMO im Smartphone-Wallet an.

Papierfahrkarten gibt es weiterhin an Automaten mit englischem Menü, doch mit der IC-Karte entfällt das Ausrechnen von Fahrpreisen über mehrere Betreiber hinweg. Auf einigen Linien wird kontaktloses Bezahlen mit Kreditkarte eingeführt.

  • Suica und PASMO

    スイカ・パスモSuika / Pasumo

    Aufladbare IC-Karten, gültig bei allen Tokioter Bahn- und Busbetreibern.

  • IC-Karten

    Kaufen, aufladen und nutzen.

Wichtige Knotenpunkte

Eine Handvoll riesiger Bahnhöfe hält das Netz zusammen. Mit mehreren Betreibern, Dutzenden Ausgängen und unterirdischen Einkaufsstraßen können sie verwirrend sein; es hilft, Name oder Nummer des Ausgangs zum Ziel zu kennen und den gelben Ausgangsschildern zu folgen.

  • Tokyo Station

    Wichtigster Shinkansen-Bahnhof; rotes Backsteingebäude von 1914 auf der Marunouchi-Seite, gegenüber die Yaesu-Seite.

  • Shinjuku

    Der Bahnhof mit den meisten Fahrgästen der Welt; JR, Odakyu, Keio, Metro und Toei.

  • Shibuya

    JR, Tokyu, Keio Inokashira und drei Metro-Linien; die große Kreuzung.

  • Ikebukuro

    JR, Seibu, Tobu und Metro; Tor nach Kawagoe und Chichibu.

  • Shinagawa

    Halt des Tokaido-Shinkansen und Keikyu-Linie nach Haneda.

  • Ueno

    Shinkansen nach Norden, Keisei Skyliner nach Narita und die Museen im Ueno-Park.

Tipps und Etikette

Die Stoßzeiten an Werktagen morgens und am frühen Abend sind extrem voll; außerhalb davon reist man, besonders mit Gepäck, deutlich bequemer. Viele Linien haben während der Morgenspitze Frauenwagen, die am Bahnsteig markiert sind. Fahrgäste stellen sich an den markierten Stellen an, lassen zuerst aussteigen, unterhalten sich leise und telefonieren nicht.

Die Züge verkehren bis etwa Mitternacht und nehmen frühmorgens den Betrieb wieder auf; einen regulären Nachtverkehr auf der Schiene gibt es nicht, spät in der Nacht bleibt nur das Taxi. Routen-Apps zeigen Gleise, den günstigsten Wagen zum Umsteigen und Ausgangsnummern.

Häufige Fragen

Wie bewegt man sich am besten durch Tokio?

Mit Bahn und U-Bahn und einer IC-Karte wie Suica oder PASMO. Zusammen mit einer Routen-App kommt man damit schnell fast überallhin.

Was ist der Unterschied zwischen Tokyo Metro und Toei?

Es sind zwei U-Bahn-Betreiber: Tokyo Metro betreibt neun Linien, das Toei-Netz der Tokioter Präfekturverwaltung vier. IC-Karten und das Tokyo Subway Ticket gelten bei beiden.

Gilt der Japan Rail Pass in Tokio?

Ja, auf JR-Linien wie Yamanote- und Chuo-Linie und in der Tokyo Monorail, nicht aber bei Tokyo Metro, Toei oder den Privatbahnen.

Fahren die Züge in Tokio die ganze Nacht?

Nein. Der Betrieb endet etwa um Mitternacht und beginnt frühmorgens wieder. Taxis fahren die ganze Nacht.

Ist das Netz komplizierter als in europäischen Großstädten?

Es ist größer und hat mehr Betreiber als etwa in Berlin, Wien oder Zürich, ist aber konsequent nummeriert und zweisprachig beschildert. Mit IC-Karte und Routen-App finden sich die meisten Reisenden schon am ersten Tag zurecht.

Quellen

  1. 1.Tokyo Metro (öffnet in neuem Tab) — Tokyo Metro Co., Ltd.
  2. 2.Toei Transportation (öffnet in neuem Tab) — Bureau of Transportation, Tokyo Metropolitan Government
  3. 3.JR-EAST Travel Information (öffnet in neuem Tab) — East Japan Railway Company
  4. 4.Japan National Tourism Organization (öffnet in neuem Tab) — JNTO

Redaktion · Veröffentlicht: · Fakten zuletzt geprüft: